Um 7.30 Uhr beginnt das Frühtraining. Danach geht es in den Unterricht, später wieder zum Training. Dreimal pro Woche sieht ihr Alltag so aus. „So stressig ist es dann auch gar nicht“, sagt sie. Freie Unterrichtsblöcke nutzt sie zum Lernen oder für die Trainingsplanung.
Pauline ist 18 Jahre alt, lebt bei ihren Eltern in Rostock und macht Leichtathletik, seit sie fünf ist. Schon als Kind wollte sie in die Leistungsgruppe, zum Frühtraining, auf die Sportschule. Und irgendwann zu den Olympischen Spielen.
Das ist das größte Sportevent – da muss ich hin.
Heute besucht Pauline die Oberstufe der CJD Christophorusschule Rostock. Ihr Abitur absolviert sie gestreckt über drei Jahre. Sie schreibt dieselben Klausuren und lernt denselben Stoff wie andere, kann ihre Zeit aber flexibler gestalten. Bei Trainingslagern und Wettkämpfen holt sie den versäumten Unterrichtsstoff nach.
Die Schule nimmt mir wirklich viel Druck und schafft Freiräume.
Ralf Skopnik begleitet den Leistungssportzweig der Schule und kennt Pauline seit ihrer Kindheit. Er hilft dabei, schulische Anforderungen und Leistungssport miteinander zu verbinden. Dafür braucht es eine enge Abstimmung aller Beteiligten. Flexible Stundenpläne, Förderunterricht und individuelle Absprachen schaffen die nötigen Freiräume. Sportlich begleitet wird Pauline von ihrem Trainer Prof. Dr. Birger Voigt. Acht oder neun Trainingseinheiten pro Woche sind auf diesem Niveau keine Seltenheit. Dabei hat er auch ihre Belastung und persönliche Situation im Blick. Langfristige Entwicklung erfordert aus seiner Sicht nicht nur Ehrgeiz, sondern auch Vertrauen, Geduld und flexible Trainingspläne.
Es sind kleine Schritte. Schritt für Schritt.
Wie wichtig dieses Netz ist, hat Pauline im Winter gespürt. Eine schwere Verletzung zwang sie zur Pause. In der ersten Woche konnte sie kaum etwas tun, außer zu liegen. „Da hatte ich auch so ein kleines Tief“, sagt sie. Statt um schnelle Zeiten ging es plötzlich um Geduld und den nächsten Schritt.
Pauline konzentrierte sich auf das, was möglich war. Ihre Familie und Herr Voigt halfen ihr. Besonders ihre Mutter war viel für sie da; auch Vater und Schwester unterstützten sie. Ihr Trainer nahm den Druck heraus und plante mit ihr den schrittweisen Wiedereinstieg. Zunächst ging es nicht um Bestleistungen, sondern darum, den Körper langsam wieder zu belasten und Vertrauen zurückzugewinnen. Die Verletzung hat ihren Blick verschoben. Gesundheit sei das Wichtigste, sagt Pauline, „weil ohne die nichts geht“. Zugleich wurde ihr deutlicher, dass Leistung nie allein entsteht. Hinter einer Athletin stehen Menschen, die auch ohne Bestzeiten an ihrer Seite bleiben. Herr Voigt merkt im Training, wenn Pauline etwas beschäftigt. Dann ist Raum für Gespräche und eine Einheit kann angepasst werden. Auch die Schule berücksichtigt die besonderen Belastungen von Leistungssportlerinnen und -sportlern. Ralf Skopnik betont verlässliche Absprachen. Es gehe nicht darum, Anforderungen abzunehmen, sondern Schule und Sport eigenverantwortlich zu verbinden.
Obwohl der Sport ihr Leben prägt, möchte Pauline sich nicht nur über ihn definieren. Mit Freundinnen und Freunden kann sie abschalten. Schlechte Trainingstage versucht sie nicht zu groß werden zu lassen. Manchmal brauche es nur einen freien Tag. Am nächsten Morgen sehe vieles schon anders aus.
Diese Gelassenheit musste sie lernen. Pauline kennt den Druck durch Erwartungen und den noch größeren, den sie sich selbst macht. Inzwischen hört sie genauer auf sich. Ihr wichtigstes Ziel: gesund bleiben. Danach werde sie sehen, wohin der Weg führt.
Auch die Schule hat ihr mehr beigebracht als Unterrichtsstoff. Wer Aufgaben selbst organisiert und Absprachen mit Lehrkräften trifft, lernt Selbstständigkeit und Struktur. Pauline hat erfahren, dass nicht alles perfekt sein muss. „Man kann auch mal eine Klausur versemmeln, und das ist nicht schlimm“, sagt sie. Es gebe Lehrkräfte, mit denen sie reden könne. Keiner lasse sie hängen.
Im kommenden Schuljahr steht das Abitur an. Was danach kommt, lässt Pauline offen. Vielleicht beginnt sie ein Studium, vielleicht führt der Sport sie ins Ausland. Doch erst kommt das Abitur, dann der nächste Schritt. Und irgendwann vielleicht Olympia.
Es muss nicht immer alles perfekt sein. Es wird alles wieder gut.
Was auf ihrem Weg in Bewegung bleiben soll, weiß Pauline: ihr positives Verhältnis zum Sport. Nicht nur Zeiten, Medaillen oder ein großer Traum sollen bestimmen, warum sie trainiert. Sondern auch die Freude, das Abschalten auf der Bahn und das Gefühl, bei sich zu sein. Vielleicht liegt darin ihre Stärke: Sie will vorwärts und weiß, wann ein Schritt zurück nötig ist.
Ihr Trainer: Prof. Dr. Birger Voigt
Prof. Dr. Birger Voigt ist promovierter Pharmazeut und forscht in Japan an Stammzellen. Als Trainer begleitet er ehrenamtlich Sportlerinnen wie Pauline seit vielen Jahren mit dem Blick für ihre individuellen Stärken und dem Anspruch, das Beste aus ihnen herauszuholen.
Über die CJD Christophorusschule Rostock
Die CJD Christophorusschule Rostock verbindet gymnasiale Ausbildung mit gezielter Leistungssportförderung. Individuelle Stundenpläne, Förderunterricht und abgestimmte Trainingszeiten helfen, Schule, Wettkämpfe und Trainingslager miteinander zu vereinbaren. Dabei geht es auch um Persönlichkeitsentwicklung, Selbstständigkeit und einen guten Schulabschluss. Keine Ausnahme: Pauline lernt denselben Stoff und schreibt dieselben Klausuren wie ihre Mitschülerinnen und Mitschüler.
Damit der erste Schritt gelingt.
Bewegung schenkt jungen Menschen Mut, Selbstvertrauen und neue Perspektiven. Damit sie sich ausprobieren, über sich hinauswachsen und ihren eigenen Weg gehen können, braucht es passende Angebote, gute Ausrüstung und Menschen, die sie begleiten. Ihre Spende hilft dabei, genau diese Möglichkeiten zu schaffen.
- 10 Euro finanzieren ein Springseil
- 30 Euro ermöglichen einem Kind drei Einheiten im Schwimmkurs
- 50 Euro schenken einem Kind Sportschuhe und Trikot für den Start im Sportverein
- 150 Euro ermöglichen die Teilnahme an einer mehrtägigen Radtour