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  1. Aktuelles aus dem CJD
  2. 20 Jahre Kinderhäuser im CJD in Rheinland-Pfalz

Jubiläumsfeier mit dankbarem Rückblick und Wertschätzung für Mitarbeitende

Feiern bei Sonnenschein kann jeder. Doch die Jubiläumsfeier der Kinderhäuser zeigte einmal mehr: Gemeinschaft bedeutet, zusammenzustehen – bei jedem Wetter. Trotz Regen ließen sich Mitarbeitende, Gäste und Wegbegleiter die gute Stimmung nicht nehmen und feierten gemeinsam unter freiem Himmel im Kinderhaus Bedesbach, beginnend mit einem wunderbaren Gottesdienst mit Pfr. Sven Lotter und dem Arbeitskreis Christliches Profil. 
Frau Kerstin Wuthe, Gesamtleiterin des CJD Rheinland-Pfalz, stellte die Parallele zwischen dem Wetter und dem Kerngedanken „Das Zusammen wirkt“ im CJD her. Sie betonte jedoch auch das große Geschenk, wenn unsere Kinderhäuser in großem Einklang mit Nachbarn und Vereinen in den jeweiligen Gemeinden leben. 

Die Veranstaltung war geprägt von einem dankbaren Rückblick auf die vergangenen Jahre. In allen Beiträgen wurde deutlich, wie sehr die Kinderhäuser von den Menschen leben, die sich täglich mit Engagement, Herz und Fachwissen für die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen einsetzen. Darüber hinaus ist ein großes Netzwerk notwendig. Sozialämter gebührt viel Respekt und Wertschätzung seitens des CJD. Sie tragen mit ihren Entscheidungen eine sehr große Verantwortung. Ebenso sind Erzieher in den Kitas und Lehrer in den Schulen wesentliche Begleitpersonen für die jungen Menschen. Und letztlich nicht zu vergessen: das unmittelbare Umfeld: die Nachbarn der jeweiligen Häuser und die Dorfgemeinschaften.

Diese Aspekte wurden wertschätzend in den Ansprachen seitens der Vorständin Petra Densborn, CJD Deutschland, der Gesamtleitung Kerstin Wuthe, dem 1. Kreisbeigeordneten Dr. Stefan Spitzer und dem Ortsbürgermeister Kevin Groß aus Bedesbach aufgegriffen. 

Ob Unternehmen, Vereine oder engagierte Privatpersonen: Förderer leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass soziale Einrichtungen ihre Angebote erweitern und besondere Projekte umsetzen können. Häufig ermöglichen sie genau die Dinge, für die im Alltag von Sozialunternehmen finanzielle und/oder personelle Ressourcen fehlen.

Dabei geht es nicht allein um finanzielle Hilfe. Jede Spende und jedes Engagement sind zugleich ein Zeichen der Anerkennung für die geleistete Arbeit. Für die Mitarbeitenden bedeutet diese Unterstützung Wertschätzung und Rückenwind: ihr täglicher Einsatz wird gesehen und zeigt ebenso, dass viele Menschen die Verantwortung für soziale Aufgaben gemeinsam tragen möchten.

So konnte das Kinderhaus Bedesbach auch an diesem Jubiläumsfest seitens der Firma Schug, Bad Kreuznach, eine Möbelspende entgegennehmen sowie seitens des Rotary Club Kusel eine großzügige Geldspende. 

Scheckübergabe des Rotary Clubs Kusel

Ein großes Highlight war das Ankommen von 6 jungen Menschen, die zur 1. Generation der Kinderhäuser gehörten: heute stehen sie alle fest in Lohn und Brot und haben ihr Leben als selbständige, gestandene junge Erwachsene im Griff. Diese strahlenden Gesichter zeigten, dass die Mühe einer nicht immer leichten Aufgabe sich lohnt! Durch Vertrauen und Beziehung – bis heute – entstanden neue, positive Lebenswege. Die damalige Bezugsperson und heutige Angebotsleiterin Jasmin Jacobi-Fries konnte immer wieder sagen: „Dafür lohnt es sich!“

Aus dem Blickwinkel der Teamleiterin Anna-Lena Fauss hörte es sich – stellvertretend für alle Kinderhäuser - so an:

„20 Jahre Kinderhäuser, das ist schon etwas ganz Besonderes. Wenn man einmal darüber nachdenkt, wie viele Kinder in dieser Zeit bei uns ein Stück ihres Lebens verbracht haben, wie viele Wackelzähne ausgefallen sind, wie viele Tränen getrocknet, Pflaster geklebt, Gute-Nacht-Geschichten erzählt, Geburtstage gefeiert und Teller vom Tisch gefallen sind, dann wird einem erst bewusst, was in all den Jahren wirklich entstanden ist.

Wer schonmal in einem Kinderhaus gelebt oder gearbeitet hat weiß, langweilig wird es bei uns eigentlich nie. Es gibt Tage voller Lachen, an denen man gemeinsam Eis essen geht, Feste feiert, Ausflüge macht oder einfach über die verrücktesten Dinge lacht. 

Und dann gibt es auch die Tage, die herausfordernd sind. Tage, an denen Kinder ihre Wut, ihre Ängste oder ihre Traurigkeit zeigen, weil sie oft schon Dinge erleben mussten, die kein Kind erleben sollte.

Gerade dann wird deutlich, worum es bei unserer Arbeit eigentlich geht. Es geht nicht darum, perfekte Tage zu haben. Es geht darum, den Kindern Sicherheit zu geben und ihnen zu zeigen: Du bist hier willkommen. Du bist wichtig. Und: wir geben dich nicht auf.“

Teamleiterin Anna-Lena Fauss sprach für alle Kinderhäuser

Für einen Gänsehaut-Moment sorgte der Auftritt von drei Jugendlichen und einem Kind bei dem sie ein eigens komponiertes Lied vortrugen. Im Refrain heißt es „Schaut uns an, wir wollen, dass ihr uns seht, nicht unsere Vergangenheit, nicht unsere Geschichte, sondern uns, jeden Einzelnen. Steckt uns nicht in eine Schublade. Schreibt uns nicht ab, hört nicht nur auf gesprochene Worte, hört auf euer Herz, denn wir sind es wert, wie jeder andere auch, wirklich gesehen zu werden.“

Am Nachmittag stellten Mitarbeitende verschiedene Aspekte der täglichen Arbeit vor: Sowohl der psychologisch-therapeutischer Dienst spielt eine wichtige Rolle, als auch das christliche Menschenbild des CJD. Tiere sind oft Brückenbauer, so dass tiergestützte Pädagogik in den Kinderhäusern genutzt wird. Um verantwortungsbewusste junge Menschen zu formen, wird sehr viel Wert gelegt auf Kinder- und Jugendräte, um Demokratie aktiv zu gestalten. 

Auch dieser ereignisreiche Tag bestätigte, dass man gemeinsam als starkes Netzwerk Kindern und Jugendlichen Perspektiven anbieten kann – das war und ist das gemeinsame Ziel des CJD, gemäß dem Gründer Arnold Dannenmann „Niemand darf verloren gehen“.