Game4All – Join the fun. Play together.
„Noch eine Runde!“ der Satz geht im Lärm des CJD Festivals „Beweg dein Leben“ fast unter, aber man hört ihn ständig. Im mobilen Gaming-Raum flackern Bildschirme, draußen wird gerannt, geschwitzt, gejubelt und irgendwo dazwischen entsteht etwas, das sofort alle in seinen Bann zieht, ein Wechselspiel aus Bewegung und Gaming, bei dem niemand lange nur Zuschauer bleibt.
Zwei Teams rotieren zwischen Soccer Court und FIFA-Matches im Gaming-Anhänger. Kaum ist ein Spiel vorbei, wird gewechselt. Ein kurzer Ausbruch: „YES!“, High-Fives, Lachen, ein „GG“ im Vorbeigehen und schon läuft die nächste Runde.
Beim CJD-Festival in Berchtesgaden im Mai hatte das neue CJD Projekt „Game4All“ vom Fachbereich Kinder-, Jugend- und Familienhilfe seinen ersten großen öffentlichen Auftritt. Und schnell wurde klar: Hier geht es um weit mehr als nur Zocken. Denn Gaming ist längst ein zentraler Teil der Lebenswelt junger Menschen. Es verbindet, schafft Gemeinschaft, bietet Herausforderungen und Möglichkeiten, aber eben nicht für alle unter gleichen Bedingungen. Genau hier setzt „Game4All“ an.
Die zündende Idee für dieses zukunftsweisende Projekt kam von den leidenschaftlichen Gamern und Fußballern, Fachbereichsleiter Martin Nieher und Angebotsleiter Florian Bogdanow, die früh erkannt haben, welches Potenzial in Gaming als pädagogischem Raum steckt und wie wichtig echte digitale Teilhabe für alle Jugendlichen ist. Der Förderantrag beim Deutschen Hilfswerk (Deutsche Fernsehlotterie Stiftung) wurde zügig gestellt und mit einer Fördersumme von knapp 250.000 Euro für insgesamt drei Jahre bewilligt.
Level Start: Gaming trifft Bewegung
Ob in der Stadt oder auf dem Land, mit High-End-PC oder ohne stabile Internetverbindung – viele Jugendliche haben nicht die gleichen Chancen, am digitalen Spielen teilzuhaben. „Game4All“ bricht diese Barrieren auf.
Das Konzept ist einfach und zugleich innovativ: Ein mobiler Gaming-Room, der direkt dorthin kommt, wo Jugendliche sind – in Schulen, Jugendclubs, Wohngruppen oder zu Veranstaltungen in ganz Sachsen. Voll ausgestattet, kostenlos und offen für alle.
Hier wird nicht nur gespielt, sondern erlebt! Moderne Technik, E-Sport-Turniere, Team-Challenges und gemeinsame Erfahrungen stehen im Mittelpunkt.
Mehr als Zocken: Skills fürs echte Leben
„Game4All“ ist kein reines Freizeitangebot. Es ist ein pädagogisches Projekt, das Gaming als Lern- und Entwicklungsraum versteht.
In Workshops geht es darum, hinter die Kulissen von Games zu schauen:
• Wie funktionieren Spiele eigentlich?
• Was bedeutet fairer Umgang online?
• Wie wirkt sich Gaming auf Konzentration, Stress oder Wohlbefinden aus?
Gleichzeitig spielt Bewegung eine wichtige Rolle: E-Sport-Fußball, aktive Challenges und Teamaktionen sorgen dafür, dass Gaming nicht nur am Bildschirm stattfindet, sondern auch körperlich erfahrbar wird.
Controller in die Hand, Barrieren raus
Ein zentrales Ziel des Projekts ist echte Teilhabe. Deshalb ist der mobile Spielraum so gestaltet, dass wirklich alle mitmachen können.
Unterfahrbare Plätze, anpassbare Controller und ein unterstützendes Team sorgen dafür, dass auch Jugendliche mit Einschränkungen selbstverständlich dabei sind. Vielfalt ist hier keine Besonderheit, sondern Normalität.
Fair Play statt Toxic Chat
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Technik, sondern auch die pädagogische Haltung. Eine feste Ansprechperson im E-Sports-Mobil begleitet die Jugendlichen. Sie verfügt über Kenntnisse aktueller Games, kennt die Gaming-Kultur und versteht die Bedeutung von Gaming als Freizeit- und Sozialraum für viele junge Menschen. Die pädagogische Rolle ist dabei klar definiert: begleiten statt belehren.
Die pädagogische Fachkraft unterstützt bei Turnieren, achtet auf einen fairen Umgang miteinander und greift Themen wie Gaming-Zeit, Frustration oder Online-Verhalten auf. Ziel ist es, einen offenen und vertrauensvollen Raum für Austausch und Reflexion zu schaffen.
Join the Game: Mitmachen statt zuschauen
„Game4All“ ist bewusst offen gestaltet. Jugendliche sollen nicht nur teilnehmen, sondern das Projekt mitgestalten. Als „Game4All Voice“ können sie:
• Spiele und Aktionen vorschlagen
• bei Events mithelfen
• Feedback geben und Entwicklungen beeinflussen
Wer mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann als Peer-Coach aktiv werden. Diese Jugendlichen unterstützen andere, begleiten mobile Einsätze, moderieren Workshops und wachsen Schritt für Schritt in eine Vorbildrolle hinein.
Next Level gemeinsam
Auch Lehrer und Eltern sind Teil des Projekts, allerdings in einer klaren Rolle. Sie lernen die Gaming-Welt der Jugendlichen besser kennen, bauen Vorurteile ab und unterstützen den Dialog. Im Mittelpunkt bleiben aber immer die Jugendlichen selbst.
Mission gestartet
Der erste Auftritt beim CJD-Festival in Berchtesgaden hat gezeigt, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt. „Game4All“ ist mehr als ein Projekt, es ist ein mobiles Angebot für Teilhabe, Gemeinschaft und neue Perspektiven. Und genau dieses Wechselspiel bleibt hängen. Ein Sprint vom Soccer Court in den Gaming-Anhänger, Controller in der Hand, ein kurzer Atemzug und wieder mitten im Match. Kick-off, Pass, Schuss, Tor. Und irgendwo zwischen Jubel und „GG“ entsteht das Gefühl, dass hier gerade etwas gestartet ist, das noch lange weiterläuft.
Fragen zum Projekt? Meldet euch unter: game4all [at] cjd.de (game4all[at]cjd[dot]de)
Weitere Einblicke ins Projekt: https://www.instagram.com/cjd_game4all