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Schulabbrüche verringern – alternative Bildungswege stärken! CJD Produktionsschulen eröffnen konkrete Chancen

Das ZDF beim Dreh in der Produktionsschule Stralsund - hinten Mitte: Celina Möller

Vom Schulverweigerer zur Fachkraft - so heißt die ZDF Folge, die in der Produktionsschule in Stralsund gedreht wurde und Teil einer Serie im Zweiten Deutschen Fernsehen ist. Schülerin Celina Möller spielte darin die "Hauptrolle" … und ist jetzt wieder im Fernsehen zu sehen. Das ZDF hat ergänzend zu dem Thema einen Beitrag mit dem Titel "Welche Folgen ein Schulabgang ohne Abschluss hat" veröffentlicht in dem Celinas Fall der Aufhänger ist! Denn es ist alarmierend: die Zahl der Schulabgänger ohne mindestens einen Hauptschulabschluss ist in Deutschland auf einem Rekordniveau! Mit 65 000 Schulabbrechern im Jahr 2025 ist der Wert so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Für Bundesbildungsministerin Karin Prien ist der Zustand nicht hinnehmbar und sie möchte mit einer Kaskade an Maßnahmen eine Trendwende erreichen, u.a. mit dem großen Startchancen-Programm.

CJD-Weiterbildungsexpertin Catrin Gäde* findet den Ansatz zwar richtig, sieht allerdings auch woanders großes Potential: "Neben der Stärkung von Schulen wäre es wünschenswert, alternative Lernorte wie Produktionsschulen als verlässlichen Bestandteil der Bildungslandschaft weiterzuentwickeln und langfristig abzusichern!" sagt sie. Es sei richtig, Schulen dabei zu unterstützen, junge Menschen besser zu fördern und Schulabbrüchen vorzubeugen. "Ergänzend sollten aber auch Jugendliche in den Blick genommen werden, die sich im bestehenden Bildungssystem nicht wiederfinden und andere Zugänge zum Lernen benötigen." Jugendlich können aus ihrer Sicht Selbstvertrauen entwickeln, ihre Stärken entdecken und Abschlüsse nachholen, um so berufliche Perspektiven aufzubauen. "Erfolg zeigt sich dabei im Schulabschluss ebenso wie in persönlicher Stabilisierung und tragfähigen Übergängen in Ausbildung und Beschäftigung."

Die Zahlen geben ihr Recht: an den drei Standorten der CJD Produktionsschulen in MV wurden im Zeitraum 2024 bis 2026 insgesamt 283 Jugendliche beim Übergang in Bildung und Beruf begleitet, 198 davon konnten erfolgreich in Ausbildung oder Einstiegsqualifizierungen, Beschäftigung, weiterführende Bildung, Freiwilligendienste oder andere Maßnahmen vermittelt werden – das entspricht einer Erfolgsquote von rund 70 %. Die hohe Verlässlichkeit der pädagogischen Arbeit zeigt sich außerdem in den Anwesenheitsquoten von 85 bis 92 % und den niedrigen Abbruchquoten von rund 2 bis 6 %. "Entscheidend für diese Erfolge ist das Zusammenspiel aus praktischer Arbeit in den Werkstätten, individueller Förderung, Berufsorientierung, betrieblichen Praktika und persönlicher Begleitung: Allein im Förderjahr 2025/2026 wurden 191 Praktika ermöglicht, 31 % mehr als im Vorjahr – ein deutliches Zeichen dafür, dass Produktionsschulen jungen Menschen konkrete Chancen eröffnen und sie Schritt für Schritt auf ein selbstständiges Berufsleben vorbereiten." 

  • Catrin Gäde wurde 2025 mit dem Deutschen Weiterbildungspreis ausgezeichnet. Sie ist als Fachbereichsleiterin Berufliche Bildung für die drei CJD Produktionsschulen in MV verantwortlich.