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  1. Wie Clemens im CJD seinen Platz findet

„„Ich wollte schon immer ins Handwerk“ - Clemens über seinen Weg ins CJD

Ein ruhiger Start und ein wachsendes Selbstvertrauen 

Clemens ist 23 Jahre alt, stammt aus Niedersachsen und lebt heute in Berlin. Heute beginnt sein Tag im CJD mit Aufgaben zur Zwischenprüfung: Mathe, Zeichnungen, Vergleiche an der Tafel. Was für viele trocken klingt, bedeutet für ihn ein greifbarer Fortschritt. 

„Ich habe mich in Mathe richtig gesteigert, das hätte ich selbst nicht gedacht.“  Er ist im zweiten Lehrjahr der Ausbildung zum Metallbearbeiter, gemeinsam mit Lennard. Die drei absolvieren im Moment parallel Praktikum, besuchen die Berufsschule und arbeiten regelmäßig in der CJD-Werkstatt: ein anspruchsvoller Ablauf, der ihm aber Sicherheit gibt. 
 

Umwege, die den richtigen Weg zeigen 

Bevor Clemens zum CJD kam, lag sein beruflicher Weg noch in der Schwebe. Er war auf einer Schule, die ihn sozialpädagogisch unterstützte, versuchte seinen Abschluss nachzuholen und arbeitete später in einem Fahrradladen, wo er gern eine Ausbildung begonnen hätte. Wieder war es die Mathematik, die ihm Steine in den Weg legte. Erst über seine Beraterin beim Arbeitsamt kam der Hinweis auf das CJD und es war der Wendepunkt. 

„Ich bin am ersten Tag hier rein, und alle waren super nett. Ich habe mich sofort wohlgefühlt.“ 
 

Handwerk als Familiengeschichte 

Dass Clemens schließlich im Metallbereich landete, überrascht eigentlich niemanden in seinem Umfeld. Handwerk zieht sich durch seine ganze Familie: vom Ururopa, der Schlosser war, über Großväter im Bergbau und Bauingenieurwesen bis zu seinem Vater, der Maschinenbauer ist. 

„Das Handwerk zieht sich durch die ganze Familie. Für mich war klar: Das ist mein Weg.“  Schon in der Schule merkte er, dass praktische Arbeit ihm liegt. Das CJD bot ihm den Rahmen, diese Begabung mit Geduld, Wiederholung und Unterstützung weiterzuentwickeln.
 

Ein Ort, an dem man nicht allein ist 

Was Clemens am CJD besonders schätzt, ist die Atmosphäre. Er beschreibt sie als „familiär“. Man könne jederzeit jemanden ansprechen, ohne Angst, eine blöde Antwort zu bekommen. 

„Im CJD kannst du wirklich jeden fragen: jeder hilft dir.“  Seine Fortschritte, besonders in Mathe, verdankt er auch dem Stützunterricht und den Ausbildern, die sich Zeit nehmen und Inhalte anders erklären. Diese Mischung hat ihn selbstbewusster gemacht. Auch Zweifel bleiben, etwa wenn er Freunde sieht, die studieren – doch heute geht er anders damit um. „Später fragt sowieso keiner mehr nach dem Abschluss“, sagt er, „Hauptsache, der Beruf passt.“ 
 

Zukunftspläne und ein fester Boden unter den Füßen 

Neben der Ausbildung ist Rugby seit der ersten Klasse seine große Konstante. Der Sport gibt ihm Ausgleich, Struktur und eine enge Freundesgruppe. Für seine Zukunft kann er sich vieles vorstellen: vielleicht irgendwann ein duales Studium, vielleicht ein anderer Schwerpunkt im Metallbereich. Zunächst möchte er die Ausbildung erfolgreich abschließen und Berufserfahrung sammeln. Und was rät er Jugendlichen, die unsicher sind, ob Metall etwas für sie ist? 

„Einfach ausprobieren. Praktika machen. Nicht vorher sagen: Das ist nichts für mich.“ Ein Rat, der nicht theoretisch klingt, sondern wie der Kern seiner eigenen Geschichte.