„Wir wünschen uns, dass es noch mehr Menschen gibt, die ihn so gut verstehen“
Momme lebt lange Zeit zwischen Nähe und Distanz. Bereits im Kindergarten war er derjenige, der für sich blieb. Er verhielt sich leise, hielt Abstand zur Gruppe. Trotzdem wurde er nie ausgegrenzt oder störte andere Kinder. Dieses Verhalten bleibt. Auch in der Schule. Seine Eltern sehen die fehlende Verbindung zu anderen Kindern, spüren aber auch: Ihr Kind ist nicht glücklich damit. Im Teenageralter wird deutlich, dass mehr dahintersteckt.
Viele Eltern erleben ähnliche Unsicherheit. Die Frage „Wie äußert sich Asperger Autismus?“ bleibt lange unbeantwortet, obwohl auffälliges Sozialverhalten schon früh sichtbar ist. Betroffene Familien empfinden Ratlosigkeit, weil es an Erklärungen und vor allem an gezielter Hilfe bei Menschen im Autismus-Spektrum mangelt.
Wie äußert sich Asperger Autismus im Alltag? Symptome, Beispiele und Herausforderungen
Das Asperger-Syndrom gilt als eine Form des Autismus, die sich vor allem durch eine abweichende Wahrnehmung und besondere Verhaltensmuster äußert. Zu den typischen Asperger Autismus Symptomen zählen Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion: Momme bleibt häufig abseits der Gruppe, meidet Nähe, reagiert anders auf soziale Rückmeldungen. Seine Vorlieben fokussieren sich auf bestimmte Themen.
Ein weiteres, häufiges Symptom beim Asperger Autismus ist die besondere Wahrnehmung von Sinneseindrücken. Laute Geräusche, ungewohnte Gerüche oder unvorhersehbare Situationen können schnell Überforderung auslösen. Momme braucht feste Routinen. Veränderungen im Alltag bringen ihn aus dem Gleichgewicht.
Das „Asperger-Syndrom zwischen Autismus und Normalität“ ist eine Herausforderung. Momme ist nach außen hin still, höflich und stößt selten negativ auf. Dennoch fehlt ihm der Zugang zu spontanen Begegnungen und Freundschaften. Viele Menschen unterschätzen, wie Betroffene darunter leiden, weil sie nach außen hin nicht auffallen oder stören.
Diagnose: Erleichterung und neue Perspektiven für die ganze Familie
Mit 15 Jahren erhält Momme schließlich die Diagnose: Asperger Autismus. Endlich eine Erklärung. Für seine Eltern bedeutet das Erleichterung. Die lange Suche nach Antworten findet ein Ende. Sie können gezielt Informationen einholen und konkrete Hilfe bei Asperger Autismus suchen. Momme selbst beginnt, sich und seine Bedürfnisse besser zu verstehen.
Vor der Diagnose leben viele Familien mit Unsicherheit. Typische menschliche Unterschiede lassen sich nicht klar einordnen. Gerade im Übergang von der Schule ins Erwachsenenleben entstehen viele Fragen: „Was ist für Momme möglich? Wie funktioniert eine Ausbildung für Menschen im Autismus-Spektrum? Gibt es passende berufliche Angebote bei einer Autismus-Spektrum-Störung?“
Zwischen Autismus und Normalität: Die Herausforderungen nach der Schulzeit
Momme schließt die Schule ab und absolviert ein Berufsfindungsjahr in einem Berufsbildungswerk. Anschließend beginnt er eine Ausbildung zum Fahrzeugpfleger. Das Arbeitsleben fällt ihm schwer. Nach der Ausbildung findet er keine Anstellung, die zu seinen Bedürfnissen passt. Auch der Übergang in den Alltag gestaltet sich schwierig. Er zieht zu seinen Eltern zurück, hilft im Haushalt und kümmert sich um die Großmutter. Zeitweise orientiert er sich neu, unternimmt Reisen und sucht seinen Platz.
Über Jahre verlagert sich das Leben stärker ins Private. Aktivitäten und soziale Kontakte werden seltener. Wie viele junge Menschen im Autismus-Spektrum erfährt Momme, wie schwierig der Weg zwischen Aktivität und Passivität ist. Die Corona-Pandemie verstärkt alles: Kontakte brechen weg, gewohnte Strukturen fehlen. Sein Alltag besteht fast nur noch aus Büchern, YouTube und seltenen Ausflügen. Der Wunsch nach Veränderung wächst. Die Familie sucht weiter nach Antworten – und endlich nach gezielter Hilfe bei Asperger Autismus.
Hilfe finden, wenn niemand mehr weiter weiß: Das CJD als Wendepunkt
Die Suche der Familie verläuft lange ohne konkrete Ergebnisse. Erst über die Eingliederungshilfe für Erwachsene mit Behinderung werden sie auf das CJD aufmerksam. Die Erkenntnis, dass es ambulant betreutes Wohnen für Menschen wie Momme gibt, eröffnet neue Möglichkeiten. Kontakt ins CJD Flensburg entsteht. Hier lernen sie Tamara Sander sowie die Betreuerin Sarah kennen.
Sarah betreut Momme zunächst eng. Sie spricht mit ihm über Alltagsthemen, begleitet ihn zur Bank oder zu Berufsbildungsmessen und geht mit ihm spazieren. Die Familie spürt sofort: Momme wird angenommen und wertgeschätzt. Es entwickeln sich Vertrauen und echte Teilhabe.
Ambulant betreutes Wohnen im CJD: Alltag mit Struktur, Empathie und neuen Möglichkeiten
Was bedeutet Ambulant Betreutes Wohnen (ABW) beim CJD? Ziel ist es, Menschen mit Asperger Autismus individuelle Hilfe zu bieten. Die Unterstützung setzt dort an, wo sie gebraucht wird – im eigenen Lebensumfeld. Momme erlebt, wie wertvoll es ist, dass Strukturen geschaffen werden und fest eingeplante Termine Halt geben. Das CJD achtet darauf, eine feste Bezugsperson zu stellen und die Maßnahmen individuell auf die Herausforderungen im jeweiligen Fall abzustimmen.
Heute arbeitet Momme mit seiner Betreuerin Levke, Sarahs Nachfolgerin, zusammen. Sein Alltag hat sich verändert. Er erlebt:
- gemeinsames Kochen und Backen
- Bewegung durch Nordic Walking
- Spiele und soziale Begegnungen
- regelmäßige Gespräche
Diese scheinbar einfachen Aktivitäten haben große Wirkung. Sie schaffen schrittweise Struktur, Sicherheit und Vertrauen
Fortschritte, Perspektiven und Teilhabe: Mommes Weg zurück ins Leben
Mit der Begleitung durch das CJD gewinnt Momme an Selbstsicherheit. Er nimmt Kontakt zu anderen Menschen auf, findet Freude an gemeinsamen Aktivitäten und wird im Alltag selbstständiger. Die regelmäßigen Termine strukturieren die Woche und geben emotionale Sicherheit. Mommes Stärken werden anerkannt.
Die Eltern sehen die Veränderungen. Sie spenden regelmäßig ans CJD, um die Arbeit wertzuschätzen und sichtbar zu machen. „Für uns ist es eine Art Anerkennung und Wertschätzung für die Arbeit des CJD“, so die Mutter. Das Erleben von Teilhabe stärkt Momme und entlastet die Familie spürbar.
Ein Blick nach vorn: Zukunftsträume und nachhaltige Unterstützung für Menschen mit Autismus
Momme träumt heute davon, eines Tages nach Süddeutschland zu ziehen. Dank der verlässlichen und individuellen Hilfen des CJD weiß er: Auch an neuen Orten wird er Unterstützung finden.
Seine Geschichte zeigt, was es braucht: gesellschaftliches Verständnis für das Spektrum des Autismus und gezielte Angebote. Und es braucht verlässliche Hilfen, echte Beziehungen, individuelle Förderung und Schutzräume zur Persönlichkeitsentwicklung. Eine berufliche Perspektive und eine Ausbildung für Menschen im Autismus-Spektrum sowie eine stabile soziale Teilhabe sind dann möglich, wenn ein Umfeld die Besonderheiten anerkennt und fördert.
Fazit: Jeder Mensch zählt – wenn #mommewirkt, wirkt es für alle!
Das CJD eröffnet Menschen im Autismus-Spektrum und ihren Familien neue Perspektiven. Ambulant betreutes Wohnen macht Teilhabe konkret erlebbar. Verständnis, Individualität und feste Ansprechpersonen schaffen Lebensqualität. Mommes Geschichte steht für viele andere Wege zwischen Autismus und Normalität – und dafür, wie wertvoll passgenaue Hilfen sind. „Wir wünschen uns, dass es noch mehr Menschen gibt, die ihn so gut verstehen“, sagt Mommes Mutter.
Ein Leitsatz, der ermutigt: Jeder Mensch verdient Unterstützung, die ihn in seiner Einzigartigkeit stärkt.