Produktionsschulen in MV: Warum Förderung hier keine Ausgabe ist, sondern eine Investition
Die Botschaft dieses Tages war klar:
Produktionsschulen müssen bleiben.
Und diese Botschaft kam nicht nur von den Schüler:innen, den pädagogischen Fachkräften oder den Trägern. Sie wurde auch von politischen Entscheidungsträger:innen gehört – und unterstützt.
Doch warum ist die Förderung von Produktionsschulen so wichtig?
Weil Produktionsschulen dort ansetzen, wo klassische Bildungswege oft nicht mehr greifen. Sie geben jungen Menschen eine echte Chance, die aus unterschiedlichen Gründen keinen direkten Zugang zu Ausbildung, Arbeit oder stabilen Bildungsbiografien gefunden haben. Hier geht es nicht nur um Unterricht. Es geht um praktische Arbeit, persönliche Begleitung, Struktur, Vertrauen und Perspektive.
Produktionsschulen verbinden Lernen und Arbeiten. Die Jugendlichen erleben, dass sie gebraucht werden, dass ihre Arbeit einen Wert hat und dass sie Fähigkeiten besitzen, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Genau das schafft Motivation – und oft zum ersten Mal wieder Selbstvertrauen.
Auch aus wirtschaftlicher Sicht sprechen die Fakten eine deutliche Sprache:
Ein junger Mensch, der in einer Produktionsschule begleitet, qualifiziert und auf Ausbildung oder Arbeit vorbereitet wird, verursacht weniger Kosten als ein junger Mensch, der dauerhaft auf staatliche Unterstützung angewiesen bleibt, ohne eine berufliche Perspektive zu entwickeln.
Mit anderen Worten:
Wer Produktionsschulen fördert, verhindert Folgekosten.
Wer heute in berufliche Orientierung, Stabilisierung und Qualifizierung investiert, entlastet morgen die Sozialsysteme – und stärkt gleichzeitig den Fachkräftenachwuchs in Mecklenburg-Vorpommern.
Denn jeder junge Mensch, der durch eine Produktionsschule den Weg in Ausbildung, Beschäftigung oder weiterführende Qualifizierung findet, ist ein Gewinn: für sich selbst, für die Gesellschaft und für die Wirtschaft im Land.
Der 17.06. hat eindrucksvoll gezeigt, was Produktionsschulen leisten. Die Schüler:innen präsentierten ihre Projekte mit Stolz. Sie erzählten ihre Geschichten. Sie machten sichtbar, dass hinter jeder Förderung ein Mensch steht – mit Potenzial, mit Talenten und mit Zukunft.
Produktionsschulen sind deshalb mehr als ein Bildungsangebot.
Sie sind Orte der zweiten Chance.
Orte der Stabilität.
Orte, an denen berufliche Bildung, soziale Teilhabe und gesellschaftliche Verantwortung zusammenkommen.
Gerade in Zeiten, in denen Fachkräfte fehlen und soziale Ungleichheit wächst, dürfen solche Angebote nicht infrage gestellt werden. Im Gegenteil: Sie müssen verlässlich gefördert, weiterentwickelt und politisch abgesichert werden.
Denn die entscheidende Frage ist nicht, ob wir uns Produktionsschulen leisten können.
Die entscheidende Frage ist:
Können wir es uns leisten, auf sie zu verzichten?
Die Antwort darauf haben die Produktionsschulen im Landtag in Schwerin gegeben – sichtbar, greifbar und überzeugend.
Produktionsschulen müssen bleiben. Für die Jugendlichen. Für Mecklenburg-Vorpommern. Für eine Zukunft, die niemanden zurücklässt.