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Berufsorientierung für Geflüchtete im CJD Olpe

Praktikum führte Raquel Kelso zur Firma Viega. Programm „BOFplus“ ebnet den Weg in die Industrie-Lehre.

Selbstsicher und mit kritisch-prüfendem Blick schaut Raquel Kezo durch die Sicherheitsscheiben auf die Maschinen und Roboter der Produktionsstraße. Detailliert und mit klar erkennbarer Begeisterung für die Produktionsanlage erläutert die junge Frau die einzelnen Produktionsschritte, die bei der Herstellung eines Kugelhahns für Wasser- und Gasleitungen zu beachten sind. Wir befinden uns in den Produktionshallen des VIEGA-Werkes in Ennest, wo Raquel seit August 2025 eine Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin absolviert.

„Das hier ist mein absoluter Lieblingsbereich!“, schwärmt Raquel Kezo mit einem breiten Lächeln im Gesicht und deutet auf die Maschinen und Produktionsstraßen in der Halle. „Ich wollte schon immer mit Maschinen und Robotern arbeiten“.

Bevor Raquel in die Ausbildung einstieg, absolvierte sie den Kurs „Berufliche Orientierung für Personen mit Flucht- und Migrationserfahrung“ (BOFplus) des CJD Olpe. Dieses Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen der Initiative Bildungsketten gefördert. In diesem 26-wöchigen Vollzeitkurs durchlaufen die Zugewanderten zunächst eine Orientierungsphase die eine Passung zwischen Sprachstand, den individuellen Fähigkeiten und Neigungen und der Aufnahme einer entsprechenden Ausbildung prüfen. Im Anschluss an die Orientierungsphase erhalten die Teilnehmenden des BOFplus-Kurses bei entsprechender Eignung regelmäßig Deutsch- und Fachunterricht und erproben sich in den Lehrwerkstätten des CJD Olpe. Ein weiterer Bestandteil des Kurses ist die Aufnahme externer Praktika in der Region, um den individuellen Berufswunsch zu festigen und um einen Betrieb zu finden, der eine Ausbildungsstelle bietet.

„Wir haben während des Praktikums nach wenigen Tagen gemerkt, welches Potenzial in Raquel steckt“, schildern Sarah Koch und Hubert Reddig, Ausbildungsbeauftragte bzw. Ausbilder für den Fachbereich Metall bei VIEGA. „Sie zeigte von Beginn an ein hohes Maß an Interesse, war in jeder Hinsicht aktiv und immer bereit, auch zusätzliche Arbeiten zu leisten“. Aufgrund der guten Eindrücke aus dem Praktikum hat sich der Betrieb entschieden, Raquel eine Ausbildungsstelle anzubieten.

Die Ausstattung und die Begleitung der Auszubildenden bei VIEGA könnten auch kaum besser sein: In der geräumigen, hellen Ausbildungswerkstatt bilden die Werkbänke den Mittelpunkt des geschäftigen Betriebs. Daneben steht den Auszubildenden modernste Technik zur Verfügung. CNC-Maschinen, konventionelle Dreh- und Fräsmaschinen, mehrere 3D-Drucker und eine Roboterzelle bieten den angehenden Fachkräften einen umfassenden Erfahrungsschatz und unterstützen so neben der fachpraktischen Anleitung eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Seminarräume säumen die Ausbildungswerkstatt, in denen vertieft die Fachtheorie gesichert werden kann.

„Zurzeit haben wir am Standort Ennest insgesamt etwa 60 Auszubildende“, führen Sarah Koch und Hubert Reddig weiter aus, „aber wir haben weiterhin einen sehr großen Bedarf und nehmen weitere Bewerbungen gerne entgegen“.

Für Raquel ist mit der Aufnahme der Ausbildung bei VIEGA ein Traum in Erfüllung gegangen. „Der BOFplus-Kurs und das Praktikum haben mir sehr gut geholfen“, bestätigt Raquel, „mir wurden Wege aufgezeigt, wie ich meine Ziele erreichen kann“. Doch Raquel schaut auch jetzt schon in die Zukunft. „Ich will meine Deutschkenntnisse noch weiter verbessern und ich fange bald mit dem Erwerb des Führerscheins an“, schildert Raquel, „und wenn ich meine Ausbildung zur Maschinen- und Anlagenführerin geschafft habe, werde ich mich auf jeden Fall weiter qualifizieren. Wahrscheinlich werde ich auch noch die Ausbildung zur Zerspanungsmechanikerin absolvieren“.

Durch ihren Fleiß, ihre Hingabe und ihre Motivation lässt sie keinen Zweifel daran, dass sie in einigen Jahren eine wertvolle Fachkraft im metallverarbeitenden Gewerbe sein wird.

Ihre Ansprechpartnerin

Wenn Sie Interesse an diesem Kurs haben, wenden Sie sich gerne an die Projektleitung, Frau Christiane Hesse.

Christiane Hesse
Angebotsleitung

CJD in Olpe Zum Vordamm 8 57462 Olpe