Direkt zum Inhalt
  1. Aktuelles aus dem CJD
  2. Danke, Lutz Kaden!

Danke, Lutz Kaden!

Am 4. Juli 2026 versammelten sich in der Heilig-Geist-Kirche in Löbau Kinder und Jugendliche des Kinderheims, ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, Wegbegleiter, Vertreterinnen des Jugendamtes, Kooperationspartner, Familienangehörige und Freunde, um Abschied von Lutz Kaden zu nehmen.

Die Kirche war gefüllt mit Menschen, die auf sehr unterschiedliche Weise mit ihm verbunden waren – und doch ein gemeinsames Gefühl teilten: Dankbarkeit für einen Menschen, der ihr Leben berührt hat.

Lutz Kaden, der am 16. April 1964 geboren wurde und am 21. Mai 2026 verstarb, prägte über mehr als drei Jahrzehnte das Kinderheim in Löbau. Seine Spuren sind sichtbar geblieben, in den Gebäuden, die er mitgestaltet hat, in den Strukturen, die er aufgebaut hat, und vor allem in den Menschen, denen er begegnet ist.

Besonders bewegend waren die Worte der Redner. Fachbereichsleiter Martin Nieher zeichnete eindrucksvoll den beruflichen Lebensweg von Lutz nach und erinnerte an sein außergewöhnliches Engagement für die Kinder, Jugendlichen und Mitarbeitenden. CJD-Kollege Alexander Klatte sprach sehr persönlich und emotional über den Menschen hinter der Leitungsfunktion, über einen Chef, Kollegen und Wegbegleiter, der immer ein offenes Ohr hatte und dessen Verlust eine kaum zu fassende Lücke hinterlässt.

Doch nicht nur die Worte über sein Wirken bewegten die Anwesenden. Es waren vor allem die Erinnerungen an die vielen kleinen und großen Momente, die ihn als Mensch auszeichneten und in den Herzen vieler lebendig bleiben lassen.

Er war nicht der Leiter, der aus der Distanz beobachtete. Er war mittendrin. Wenn Feste gefeiert wurden, wenn Abenteuer auf die Kinder warteten oder wenn besondere Erlebnisse geschaffen werden sollten, dann stand Lutz Kaden nicht am Rand. Er machte mit. Er kroch gemeinsam mit den Kindern durch verwobene Tunnel, sprang vom Fünf-Meter-Turm ins Wasser und begleitete sie bei Ausflügen hoch über die Wolken. Diese Bilder stehen heute sinnbildlich für sein Leben und seine Haltung. Er war bereit, sich auf die Perspektive der Kinder einzulassen, ihre Welt zu betreten und Wege gemeinsam mit ihnen zu gehen.

Gerade das Bild des Kriechens durch den Tunnel erhielt in der Abschiedsfeier eine besondere Bedeutung. Es erinnert daran, dass Lutz Kaden nie von oben herab geführt hat. Er stellte sich den Herausforderungen, ging mit den Kindern durch enge, manchmal dunkle und ungewisse Wege und hat ihnen gezeigt: Ihr müsst da nicht allein hindurch. Wenn es schwierig wurde, war er an ihrer Seite.

Was an diesem Tag besonders spürbar war: Lutz Kaden bleibt. Er bleibt in den Geschichten ehemaliger Kinder und Jugendlicher, die durch seine Unterstützung ihren Weg gefunden haben. Er bleibt in den Erinnerungen seiner Kolleginnen und Kollegen, die ihn als verlässlichen, besonnenen und menschlichen Leiter erlebt haben. Und er bleibt in unzähligen kleinen Bildern des Alltags, zum Beispiel im Duft einer Räucherkerze, in einer handgeschriebenen Notiz mit seinem Füller, beim Blick auf das Kinderheim, für das er so viel Kraft eingesetzt hat, oder in der Erinnerung an einen Mann, der ohne Zögern mit Kindern durch einen Tunnel kroch, um ihnen Freude zu schenken.

Mit seiner Liebe zu den Menschen, seiner Bescheidenheit und seinem tiefen Vertrauen in die Fähigkeiten anderer hat Lutz Kaden ein Vermächtnis hinterlassen, das weit über seine Lebenszeit hinaus wirkt.

So bleibt neben aller Trauer vor allem Dankbarkeit. Dankbarkeit für einen Menschen, der viele Jahre hindurch Orientierung, Halt und Zuversicht gegeben hat.