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  1. Jan Koch - CJD Stories

Mit Ruhe, Respekt und Herz: Jan Koch und das Miteinander in der CJD-Küche

Raus aus der klassischen Gastronomie

Jan Koch leitet die CJD-Kantine seit 2019. Zuvor arbeitete er viele Jahre in Restaurants und Hotels, später in München für prominente Gäste. Die Arbeit war geprägt von langen Schichten, hohem Druck und wenigen freien Tagen. Heute sagt er: „Der Druck war zu groß.“ Im CJD hat er einen anderen Weg gefunden. Hier stehen Verlässlichkeit, Geduld und ein respektvoller Umgang im Mittelpunkt.

Jeder bringt seine Stärken ein

In Damgarten arbeitet Jan mit rund 20 Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung zusammen. Jeder bringt eigene Fähigkeiten, Interessen und sein persönliches Arbeitstempo mit. Manche schälen lieber Kartoffeln, andere stehen gern am Herd. Jan kennt sein Team und verteilt die Aufgaben entsprechend. Dabei hilft ihm seine sozialpädagogische Zusatzausbildung. 

„Der Stress muss hier draußen bleiben“

Diesen Satz meint Jan wörtlich. In seiner Küche soll niemand untergehen, weil es zu hektisch oder zu laut wird.

Deshalb achten die Kolleginnen und Kollegen aufeinander. Klare Abläufe, Geduld und Rücksicht prägen den Alltag. Das schafft Sicherheit und sorgt dafür, dass die Menschen gerne zur Arbeit kommen.

Jan sagt: „Hier ist es ein echtes Miteinander. Man merkt, dass alle gerne zur Arbeit kommen.“

Jeden Tag Verantwortung übernehmen

Das Küchenteam bereitet täglich 40 bis 50 Frühstücke und rund 220 Mittagessen zu. Es kocht für den Standort Damgarten, weitere CJD-Angebote in Ribnitz und externe Gäste.

Die modernisierte Küche und neue Geräte erleichtern die Arbeit. Ausschlaggebend ist jedoch das Team und die Haltung, mit der hier gearbeitet wird.

Für manche eröffnet die Küche auch eine berufliche Perspektive in der Gastronomie. Sie zeigt, dass gute gastronomische Arbeit nicht zwangsläufig mit ständigem Druck verbunden sein muss. Lernen, Entwicklung und Teilhabe haben in der Ausbildung ihren festen Platz.

Arbeit, die trägt

Jan Koch kocht noch immer mit großer Freude. Der Unterschied liegt für ihn heute in den Rahmenbedingungen. Er arbeitet in einem Umfeld, das zu ihm passt – und in dem auch andere ihren Platz finden können.

Gerade für Fachkräfte im sozialen Bereich zeigt dieses Beispiel, wie gute Arbeit entsteht: dort, wo Menschen ernstgenommen werden, ihre Stärken einbringen können und Zusammenarbeit verlässlich funktioniert.

Oder, wie Jan es ausdrückt: „Das ist einfach ein geiler Job hier.“

Wenn Küche und Pädagogik zusammenwirken

Die Arbeit in der CJD-Kantine endet nicht mit dem Mittagessen. Feste Abläufe geben Orientierung, Verantwortung stärkt das Selbstvertrauen. Wer hier arbeitet, erlebt, dass der eigene Beitrag wichtig ist.

Teilhabe entsteht dort, wo Menschen mit ihren Fähigkeiten gesehen werden und echte Aufgaben übernehmen können. Gerade im Arbeitsalltag macht das einen großen Unterschied.

Auch im Zusammenhang mit Werkstätten für Menschen mit Behinderung wird deutlich: Menschen brauchen keine Sonderrolle, sondern Arbeitsplätze, an denen sie ernst genommen werden und ihre Stärken einsetzen können.

So funktioniert Inklusion im Alltag: Nicht alle müssen das Gleiche können. Entscheidend ist, dass jeder seinen Platz findet und sich einbringen kann.

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