Die CJD Christophorusschule Erfurt ruft am Mittwoch, 25. März 2026, zu einer öffentlichen Demonstration vor dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und pädagogischen Fachkräften möchte die Schule auf die zunehmend angespannte finanzielle Lage von staatlich anerkannten Förderschulen in freier Trägerschaft aufmerksam machen.
Anlass der Demonstration
Staatlich anerkannte Förderschulen in freier Trägerschaft mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung sind seit Jahren strukturell unterfinanziert. Ein vom Ministerium beauftragtes Gutachten von 2023 bestätigt, dass die gesetzlich angestrebte Refinanzierungsquote nicht erreicht wird. Für die CJD Christophorusschule Erfurt bedeutet dies eine dauerhafte Finanzierungslücke, die freie Träger kaum noch auffangen können.
CJD‑Vorstand Samuel Breisacher betont: „Für viele Kinder und Jugendliche ist die Schule der zentrale Ort, an dem sie sich entwickeln und ihre Persönlichkeit entfalten können. Ihre Teilhabe an der Gesellschaft gelingt nur, wenn ihr Recht auf Bildung gesichert ist. Wenn freie Träger wie das CJD ihre Aufgabe wegen unzureichender Finanzierung nicht mehr erfüllen können, steht dieses Grundrecht für die Schülerinnen und Schüler ernsthaft auf dem Spiel.“
Besondere Herausforderungen dieser Schulform
- Höchste Personal- und Betreuungsintensität im gesamten allgemeinbildenden Bereich
- Keine Möglichkeit zur Erhebung von Schulgeld, da Eltern nicht zusätzlich finanziell belastet werden können
- Strukturell unzureichende staatliche Refinanzierung, die freie Träger dauerhaft überfordert
Die Situation verschärft sich zusätzlich, weil Verwaltungs- und Overheadkosten für zurückliegende Jahre nicht anerkannt werden, obwohl genau diese Kosten ab 2026 gesetzlich berücksichtigt werden sollen.
„Unsere Schule erfüllt eine Aufgabe im besonderen öffentlichen Interesse. Wenn die Finanzierungslücke nicht geschlossen wird, geraten diese Schulen in ihrer Existenz ins Wanken. Das hat unmittelbaren Folgen für Kinder und Jugendliche, die den höchsten Unterstützungsbedarf haben. Eine Förderschule darf kein Sparmodell sein“, so Stoyan Dimitrov, Gesamtleiter des CJD Sachsen/Thüringen.
Regionale Auswirkungen
Stoyan Dimitrov warnt, dass die Fortführung der Schule in freier Trägerschaft unter den aktuellen Bedingungen perspektivisch nicht gesichert ist. Ein Rückzug freier Träger würde das staatliche Schulsystem in Erfurt und Thüringen erheblich belasten, sowohl organisatorisch als auch fachlich und finanziell.
Forderung an die Landespolitik
Die Schule appelliert an das Ministerium, die Möglichkeit einer finanziellen Nachsteuerung im besonderen öffentlichen Interesse zu prüfen, um die Versorgungslage für betroffene Familien langfristig zu sichern.
Details zur Demonstration
- Datum: Mittwoch, 25.03.2026
- Uhrzeit: 10:00 Uhr
- Ort: Vor dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Werner-Seelenbinder-Straße, Erfurt
- Motto: „Meine Förderschule ist kein Sparmodell“
- Teilnehmende: Schülerinnen und Schüler, Eltern, pädagogische Fachkräfte, Unterstützer