Direkt zum Inhalt
  1. Aktuelles aus dem CJD
  2. Politik im Praktikum: Simone Fischer MdB erlebt Jugendhilfe im CJD Stuttgart

Politik im Praktikum: Simone Fischer MdB erlebt Jugendhilfe im CJD Stuttgart

Beim Besuch im CJD Stuttgart standen der Austausch über Jugendhilfe, Bildung und Teilhabe im Mittelpunkt. Von links: Corinna Geiger (Angebotsleitung), Simone Fischer MdB, Viktoria Simon (Fachbereichsleitung) und Philipp Hage (Pädagoge).

In drei stationären Wohngruppen betreut das CJD in Stuttgart junge Menschen im Autismus-Spektrum und unterstützt sie auf dem Weg in ein möglichst selbstständiges Leben. Im Mittelpunkt stehen ihre soziale, berufliche und gesellschaftliche Teilhabe sowie die Unterstützung bei schulischer Bildung, Berufsvorbereitung und Ausbildung. In der Lernbegleitung werden die jungen Menschen auf dem Weg zu ihrem Schulabschluss mit der Flex-Fernschule begleitet.

Ein geschützter Rahmen schafft neue Perspektiven

Simone Fischer interessierte sich unter anderem dafür, wie das Angebot funktioniert und warum bei vielen Teilnehmenden die Schulpflicht ruht. Fachbereichsleiterin Viktoria Simon und Angebotsleiterin Corinna Geiger erläuterten, dass junge Menschen im Autismus-Spektrum zunächst einen geschützten Lernraum mit reduzierten Reizen benötigen können. Dieser schafft eine Grundlage dafür, später mehr Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu erreichen.

Wie sich diese Unterstützung auf den weiteren Lebensweg auswirken kann, zeigte das Gespräch mit einer Jugendlichen: Sie berichtete Simone Fischer von ihren Zukunftsplänen. Nachdem sie ihren Schulabschluss über die Flex-Fernschule erreicht hat, möchte sie nun eine Ausbildung beginnen. Bei einem Einblick in eine Englischstunde konnte die Abgeordnete auch selbst ein wenig am Schulalltag teilnehmen. Vor allem aber ging es um persönliche Begegnungen. Eine Jugendliche brachte ihre Erfahrung auf den Punkt: So nah habe sie eine Politikerin noch nie erlebt.

Erfahrungen aus der Praxis in die Politik tragen

Auch die Rahmenbedingungen der Jugendhilfe kamen zur Sprache. Viktoria Simon verwies auf die Sorge, dass Unterstützungsmaßnahmen mitunter zu früh beendet werden, obwohl eine Fortführung für die Entwicklung des jungen Menschen sinnvoll wäre. Zudem sei nach Kürzungen bei der Finanzierung der Schulsozialarbeit an den Beruflichen Schulen in Stuttgart unklar, wie sich die Situation mittelfristig entwickeln werde.

Simone Fischer bedankte sich für die Einblicke und die persönlichen Begegnungen: „Ich danke den jungen Menschen und den Mitarbeitenden des CJD herzlich für die offenen Gespräche und die persönlichen Einblicke in ihren Alltag. Es ist wertvoll, vor Ort zu erleben, was gute Begleitung und individuelle Förderung bewirken können. Jeder junge Mensch verdient die Chance auf eine gute Ausbildung und einen selbst gewählten Berufsweg. Dafür müssen wir Barrieren abbauen und mehr inklusive Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen. Ich freue mich darauf, im Austausch zu bleiben.“

„Politik im Praktikum“ ermöglicht Politikerinnen und Politikern, die Arbeit des CJD unmittelbar kennenzulernen und mit Teilnehmenden sowie Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen. Das gemeinsam mit dem CVJM entwickelte Konzept soll praktische Erfahrungen in politische Entscheidungsprozesse einbringen.