Am Dienstagabend war das Li.Wu. im Metropol in Rostock weit mehr als ein Kino: Es war ein Ort der Erinnerung, des Austauschs – und der Ermutigung, die eigene Stimme zu erheben. Die Publikumspremiere von DAS GEHEIME STOCKWERK zeigte eindrücklich, warum Wegsehen schon immer eine schlechte Idee war und warum es heute mehr denn je darauf ankommt, hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und aktiv zu handeln.
Schon die Keynote von Steffen Bockhahn (Senator für Jugend & Soziales, Schule & Sport der Hansestadt Rostock) machte deutlich, wie aktuell die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ist – gerade in einer Gegenwart, in der demokratische Grundwerte zunehmend unter Druck geraten. Der Film selbst nahm das Publikum mit hinein in eine Geschichte, die nicht in der Vergangenheit stehen bleibt, sondern mitten ins Heute wirkt. Im anschließenden Gespräch wurde genau das spürbar: Christian Ulbricht (Leiter CJD Regionalzentrum für demokratische Kultur Vorpommern-Greifswald), Birgit Lohmeyer (Mitinitiatorin Jameln rockt den Förster, Speakerin und Autorin) und Schauspieler André Jung ordneten gemeinsam mit der Journalistin Katharina Elsner den Film ein und ihr Lautwerden. ""Manchmal hätte ich auch gern so etwas wie ein Fahrstuhl, damit wir uns alle selber besser verstehen könnten, indem wir uns in andere Realitäten oder Stockwerke der Gesellschaft begeben", gab Christian Ulbricht unumwunden zu, denn "..Fakten helfen nur begrenzt, wir müssen Geschichten erzählen, um Gegen an zu gehen - das macht dieser Film hervorragend", sagte der engagierte Soziologe, der mit seinem Team allein im vergangenen Jahr in der Region Vorpommern knapp 100 Workshops durchgeführt hat. Die Nachfrage ist ungebrochen, aber mit fundierten Tipps für den Umgang macht er den Gästen im ausverkauften Kinosaal Mut.
Deutlich wurde an diesem Abend vor allem eines: Erinnerung ist kein Selbstzweck. Sie hilft uns, unsere Gegenwart zu verstehen, Haltung zu entwickeln und Entscheidungen im Jetzt zu treffen – gerade für junge Menschen. Das Kino als Erlebnisraum schafft dafür einen besonderen Zugang: Geschichten über damals berühren im Heute und machen klar, dass Demokratie kein Zustand ist, sondern eine Aufgabe.
Die zentralen Botschaften dieses Kinotages hallen nach, denn Wegsehen war schon immer eine schlechte Idee und Hinschauen heißt Verantwortung übernehmen.
Wer an diesem Abend dabei war, ging bewegt, nachdenklich und gestärkt nach Hause.
Und wer den Film noch nicht gesehen hat: Das geheime Stockwerk läuft läuft ab dem 12. März bundesweit in den Kinos an. Macht euch selbst ein Bild. Und werdet laut!