Direkt zum Inhalt
  1. Aktuelles aus dem CJD
  2. JMD im Bundestag

Austausch im Bundestag: JMD Waren stellt Fallbeispiele vor

v.li.nach re.: Sandra Kloke, Hakan Demir (SPD), Allegra Ringlein (JMD Fürth), Michael Hose (CDU), Eylem Wetzel (JMD Kiel), Janin Volkstaedt (JMD Waren) Quelle: Servicebüro Jugendmigrationsdienste

Bereits zum sechsten Mal fand Anfang März das Parlamentarische Frühstück im Bundestag statt, bei dem sich rund 40 Bundestagsabgeordnete und Vertreter*innen der Jugendmigrationsdienste* (JMD) über integrationspolitische Herausforderungen und Lösungsansätze aus der Praxis austauschen. 

Zum ersten Mal mit dabei: Janin Volkstaedt vom JMD in Waren. Ihre konkrete Aufgabe: eine Gesprächsrunde zum Thema "Herausforderungen ländlicher Raum und gesellschaftliches Klima" zu leiten. Am Ende war sie nicht nur von Schirmpate und Bundestagsabgeordneten Michael Hose (CDU) begeistert, auch von der Exklusivführung durch den Bundestag mit Joachim Rahmann aus dem Büro von Bundestagsabgeordneten Hakan Demir (SPD).

"Unser Ziel war es, den anwesenden Bundespolitikern aufzuzeigen, welchen Mehrwert die Arbeit der JMD bringt - das ist uns, glaube ich, ganz gut gelungen" sagt Janin Volkstaedt nach ihrer Rückkehr aus der Hauptstadt zufrieden. Vor allem die Begegnung mit SPD-Politikerin Rasha Nasr hat es ihr angetan. Der Wahlkreis der jungen, in Deutschland geborenen Politikerin mit Migrationsgeschichte ist Dresden. Gemeinsam diskutierte sie mit Janin Volkstaedt über Barrieren und Perspektiven in strukturschwachen, ländlichen Regionen - wie in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Ob bürokratische Hindernisse, Rückschläge im Lernprozess oder Herausforderungen im Team: Die Expertise des JMD trägt dazu bei, Lösungen zu entwickeln, Ausbildungsverhältnisse zu stabilisieren und langfristige Beschäftigungsverhältnisse zu sichern. "Wir haben festgestellt, dass es einige Parallelen zwischen dem  ländlichen Raum in Sachsen und unserer Region gibt!" sagt Volkstaedt. Zunehmend  gehen jungen Menschen auf dem Land verloren oder gleiten in Hilfesysteme ab, der Rechtsruck ist spürbar: "Wenn wir keine Strukturen anbieten, nimmt der Einfluss von rechts gerade im ländlichen Raum immer mehr zu," weiß die erfahrene Pädagogin.

Im Rahmen des zweitägigen Treffens im Paul-Löbe-Haus stellten Fachkräfte aus den Jugendmigrationsdiensten ihre Arbeit anhand konkreter Beispiele vor und zeigten, wie junge Menschen beim Übergang in Ausbildung und Beruf unterstützt werden. Dabei wurde deutlich, dass die Jugendmigrationsdienste vor allem durch intensive Netzwerkarbeit wirken. Sie vernetzen Schulen, Jobcenter, Arbeitsagenturen, Betriebe, Sprachkursträger und Jugendhilfeangebote und unterstützen sowohl junge Menschen als auch Unternehmen bei Herausforderungen rund um Ausbildung und Beschäftigung. Trotz der positiven Ergebnisse der JMD-Arbeit wurde auch deutlich, dass steigende Kosten bei gleichbleibender Förderung die Arbeit erschweren. Für die langfristige Sicherung der Angebote seien daher verlässliche finanzielle und politische Rahmenbedingungen notwendig.


* Die Jugendmigrationsdienste unterstützen junge Menschen mit Migrationsbiografie zwischen 12 und 27 Jahren ganzheitlich bei sprachlichen, schulischen, sozialen und beruflichen Herausforderungen. Ziel ist es, Chancengerechtigkeit zu fördern und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. 

Einen ausführlichen Bericht finden Sie auf den Seiten der Jugendmigrationsdienste