Eine Chance und ihre Geschichte

Sydney: Fehlstart mit Happy End

Sydneys Traum, Krankenschwester zu werden, wird durch die Diagnose Multiple Sklerose zerstört. Eine Ausbildung zur Bürokraft bricht die junge Frau nach einem halben Jahr frustriert ab – Probleme bei der Einstellung auf passende Medikamente, die immer stärker werdende Angst vor Arbeitslosigkeit oder Erwerbsunfähigkeit sowie zunehmende Schwierigkeiten im Umgang mit anderen, gesunden Menschen belasten sie stark.

Bei der Bundesagentur für Arbeit hat Sydney Glück: Ihre Berufsberaterin vermittelt sie an das CJD Berufsbildungswerk Niederrhein, eine Einrichtung in Moers, die jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf im Lernen oder in der emotionalen und sozialen Entwicklung die Chance einer Berufsausbildung bietet. Sydney entscheidet sich dafür, hier den Beruf der Verkäuferin zu erlernen. Durch die intensive persönliche Betreuung sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Sozialpädagogen, Ausbildern und Lehrern als Grundlage einer ganzheitlichen, gezielten Förderung fühlt sich Sydney wieder angenommen. Im Berufskolleg kann sie schnell an bisherige schulische Erfolge anknüpfen, das so genannte Klassenlehrer-Prinzip hilft ihr dabei: Nur zwei sonderpädagogisch geschulte Lehrer unterrichten an den beiden Berufsschultagen alle berufsrelevanten Fächer.

Sydney schöpft daraus die Kraft, trotz ihrer Erkrankung und den daraus resultierenden emotionalen Problemen wieder für sich und andere Verantwortung zu übernehmen: Sie wird Klassensprecherin, später Teilnehmervertreterin aller Auszubildenden des CJD Berufsbildungswerks Niederrhein. Zurzeit macht Sydney ein Praktikum bei einem Lebensmittel-Discounter und hat dort nach bestandener Verkäuferprüfung die Aussicht, nicht nur einen festen Arbeitsplatz zu bekommen, sondern auch die Chance, zur Kauffrau im Einzelhandel ausgebildet zu werden.