Eine Chance und ihre Geschichte

Corinna: An der Pforte zum CJD

Wer ins CJD Sangerhausen möchte, trifft zuerst auf Corinna – seit vielen Jahren die Pförtnerin der Einrichtung. Corinna ist 50 Jahre alt und kennt das CJD schon viele Jahre. Sie lebt seit 30 Jahren in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen: von 1984 bis 1995 in der ehemaligen DDR in einem Wohnheim in Rottleberode und seit 1995 im CJD Sangerhausen. Allein gelebt hat Corinna nur ein Jahr im CJD - dann lernt sie Knut kennen – und lieben. Beide teilen sich seit 25 Jahren ein Zimmer – ein schönes, helles, mit Balkon. „Die beiden gibt’s nur im Doppelpack“, erzählt Abteilungsleiterin Astrid Bernhardt.
 
Corinna engagiert sich sehr im CJD Sangerhausen: Seit 1995 ist sie Heimbeiratsvorsitzende und Sprecherin und kümmert sich um die Sorgen und Nöte ihrer Mitbewohner. Denn was sie macht, macht sie richtig – so wie ihre Arbeit als Pförtnerin. „Die Arbeit finde ich sehr gut. Es ist schön, so anerkannt zu werden.“ Von 7 Uhr bis 15 Uhr ist Corinna für den Eingangsbereich und die Telefonvermittlung zuständig. Was ihr daran besonders gefällt, ist der Kontakt mit anderen Menschen.
 
Neben der Arbeit hat Corinna jede Menge Hobbys: Sie bearbeitet gerne Fotos am Computer, verschönert sie und bastelt Collagen daraus. Auch Sticken macht ihr viel Spaß – wenn sie sich nicht gerade über das politische und kulturelle Geschehen in Reportagen informiert oder mit ihren Kollegen aus dem CJD Sangerhausen unterwegs ist: Die Bewohner gehen – je nach Interesse und Behinderung - zum Bowling, ins Theater oder machen Ausflüge in der Gruppe. Mehrmals im Jahr geht’s auch zusammen in den Urlaub.
 
Ein Leben ohne das CJD kann sich die quirlige Frau nicht mehr vorstellen. „Es ist so schön, dass es so etwas gibt“, freut sich Corinna – und rollt in ihrem Rollstuhl wieder an ihren Arbeitsplatz: die Pforte im CJD Sangerhausen.