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  2. Nachfahren der Familien Israel und Wolff aus Dillich zu Gast im CJD Oberurff

Eine Begegnung, die nachwirkt – Nachfahren der Familien Israel und Wolff aus Dillich zu Gast im CJD Oberurff

Geschichte ist weit mehr als das bloße Studium von Jahreszahlen in staubigen Lehrbüchern – sie lebt durch die Menschen, die sie erzählen, und diejenigen, die bereit sind, zuzuhören und von ihr zu lernen. Genau das geschah am Mittwoch, den 6. Mai 2026, in der CJD Christophorusschule Oberurff. Rund 40 Schülerinnen und Schüler der Grundkurse und des Leistungskurses Geschichte der Q2 versammelten sich mit ihren Lehrerinnen und Lehrern, um Lisa Wolff gemeinsam mit ihrem Ehemann Paul zu begrüßen. Die Familie Wolff lebt heute in New Jersey, USA. Ihre Wurzeln reichen allerdings nach Dillich, woher ihre Großeltern stammen. Im Jahr 1921 heiratete Sally Wolff aus Ostpreußen Dora Israel. Bis zum Jahr 1938 lebten sie im heutigen Muschelweg in Dillich, bis sie entschieden aufgrund der lebensbedrohlichen Situation in die USA zu fliehen. Die jüdische Bevölkerung in Deutschland wurde von den Nationalsozialisten ausgegrenzt, entrechtet, betrogen, misshandelt und ermordet.

Die Schülerinnen und Schüler führten in englischer Sprache ein Interview mit Lisa Wolff und ihrem Mann Paul – moderiert durch die Schülerinnen Dorothea Hucke und Emilia Henkel. Die Fragen drehten sich um die Geschichte ihrer Vorfahren und den Folgen der familiären Traumata auf ihr eigenes Leben. In der Auseinandersetzung mit der Geschichte von Familie Wolff wurde schnell die Bedeutung von Demokratie und Solidarität deutlich. Friedliches Miteinander, so Dorothea Hucke, sei kein Selbstläufer, sondern bedarf dem Engagement jedes Einzelnen, um Brücken zu bauen sowie Ausgrenzung und Rassismus entschlossen entgegenzutreten. Genau diesen Gedanken griff Christoph Heimbucher, Schulleiter des CJD Oberurff, bereits in seiner Begrüßungsrede auf und schlug damit die Brücke zur Verantwortung der Schule.

Das Gespräch wurde sowohl von den Gästen als auch von den Schülerinnen und Schülern als sehr bereichernd empfunden und viele von ihnen blieben nach dem Interview, um ihren Dank auszurichten – allen voran an Jörg Domes, Mitglied des Geschichtsverein Borken e.V., der durch sein ehrenamtliches Engagement ein mittlerweile großes weltweit bestehendes Netzwerk von Nachfahren der jüdischen Bevölkerung aus Borken aufgebaut hat und somit diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Eine Begegnung, die nachwirkt und in Erinnerung bleibt.

Text: Zana Kastrati