Im CJD Siegen-Wittgenstein hat die tiergestützte Arbeit eine lange Tradition. Viele junge Menschen haben über die Jahre erfahren, wie viel Mut, Ruhe und Selbstvertrauen diese besondere Form der Begegnung schenken kann. Donatello, eines unserer langjährigen Therapiepferde, war für viele Kinder ein verlässlicher Begleiter. Nach seinem Abschied durften wir mit Unterstützung der CJD Jugendhilfestiftung ein neues Pony aufnehmen. Elli hat ihren Platz schnell gefunden und vermittelt den Kindern und Jugendlichen mit ihrer freundlichen Art Orientierung und Sicherheit.
Doch die tiergestützte Arbeit richtet sich nicht nur an junge Menschen. Auch Erwachsene, die unter Depressionen, traumatischen Belastungen, Unsicherheiten oder Ängsten leiden, erleben im Kontakt mit den Tieren oft eine wohltuende Entlastung. Die Tiere ermöglichen einen Zugang zu Themen und Gefühlen, der im Alltag häufig schwer erreichbar ist. Sie schenken Ruhe, stärken das Vertrauen und eröffnen Wege, wieder mehr bei sich anzukommen.
In den vergangenen Jahren wurde das Angebot Schritt für Schritt erweitert. Seit diesem Jahr ist es ein fester Bestandteil eines intensivpädagogischen Angebots. Ina Schössler als Fachkraft für tiergestützte Pädagogik und Ronja Tröps als Reittherapeutin begleiten die Menschen mit viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen. Weitere Kolleginnen befinden sich in der Ausbildung, damit diese Arbeit nachhaltig weitergeführt werden kann.
Zurzeit entsteht ein neuer Raum für tiergestützte Interventionen. Er soll ein Ort der Ruhe werden, an dem Menschen sich sammeln und in geschützter Atmosphäre neue Erfahrungen machen können. Zusätzlich verfügt das CJD Siegen-Wittgenstein über einen eigenen Reitplatz, der so gestaltet ist, dass die beiden Therapiepferde dort unter sicheren Bedingungen mit den Teilnehmenden arbeiten können. Auf diesem Platz erhalten Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, reittherapeutisch gefördert zu werden. Durch barrierearme Zugänge können auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen zuverlässig teilnehmen.
Neben den beiden Pferden begleitet der Hund Aliki verschiedene pädagogische Situationen. Mit seiner ruhigen und zugewandten Art schafft er oft den Zugang zu Themen, für die Worte manchmal schwer zu finden sind.
Ein weiterer Schritt in der Entwicklung des Angebots ist die geplante Haltung von Hühnern. Sie sollen den Menschen ermöglichen, Verantwortung im Alltag zu übernehmen und kleine Erfolge unmittelbar zu erleben. Die Wünsche der Kinder und Jugendlichen spielen bei der Weiterentwicklung des Angebots eine wichtige Rolle, sodass auch Alpakas weiterhin ganz oben auf ihrer Wunschliste stehen.
Die tiergestützten Angebote richten sich an Kinder und Jugendliche aus der stationären und ambulanten Jugendhilfe, an Familien aus der Region und an Erwachsene in belastenden Lebenssituationen. Tiere öffnen Türen, die Gespräche erst später aufgreifen. In diesen Begegnungen entsteht ein Raum der Geborgenheit, in dem Menschen wachsen, heilen und ihren eigenen Weg finden können.