Spendenbericht 2021/2022

SPENDEN- UND JAHRESBERICHT 2021/22

Was uns trägt 1. Wir lieben Menschen. 2. Wir suchen die Herausforderung. 3. Wir handeln redlich. 4. Wir sind nie verloren. 5. Wir sind gehalten und geben Halt. 6. Wir beschenken uns gegenseitig. 7. Wir fangen immer wieder neu an. 8. Wir geben ein Zuhause. 9. Wir vertrauen auf Gott.

4–7 Vorworte 4 Aus dem Präsidium 6 Aus dem Vorstand 8–17 Wer wir sind 10 Persönlichkeitsbildung – den ganzen Menschen im Blick 11 Das CJD Bildungsverständnis 12 Die Angebote des CJD 16 Ein starker Verein 18–29 Im Fokus 20 Gehen Sie mit uns auf eine Zeitreise 22 Der Jubiläumsbus auf Tour 24 Teilhabe an einer digitalisierten Welt 28 Digitalisierung gemeinsam gestalten 30–43 Was Ihre Spende bewirken konnte 32 Leuchtturmprojekte 38 Experteninterview: Dr. Gerd Schauerte 40 Der Bildungsansatz Panorama 42 Vom Sinnstiften des Stiftens: das Spenderehepaar Kubis 43 Verpflichtung zur Transparenz 44–51 Das CJD in Zahlen 46 Konzernabschluss: Aktiva und Passiva 48 Konzernabschluss: Gewinn-und-Verlust-Rechnung 49 Das CJD zeigt Größe 50 Danke 51 Impressum Vorworte Wer wir sind Das CJD in Zahlen Was Ihre Spende bewirken konnte Im Fokus

das laufende Jahr 2022 bietet allen, die dem CJD verbunden sind, zahlreiche Anlässe, sei es vor Ort in den CJD Verbünden oder in der „Online Chronik“, begeistert und dankbar auf 75 Jahre erfolgreiche Bildung, Ausbildung, Betreuung und Begleitung zurückzuschauen und zu fragen, was diese CJD Erfolgsgeschichte ermöglicht hat. Arnold Dannenmann beschäftigte sich als Theologe intensiv mit der Not und Entwurzelung zahlloser junger Menschen in den Nachkriegswirren. Er betrachtete es als seine Pflicht als Christ, alles daranzusetzen, Einrichtungen zu schaffen, in denen junge Menschen auf Grundlage des christlichen Menschenbildes den Weg in ein gelingendes Leben finden konnten, und prägte die bis heute im CJD gültige Maxime: Keiner darf verloren gehen! Bildung und Betreuung schlossen dabei von Anfang an die Persönlichkeitsbildung als wichtiges Ziel mit ein. Um dieses zu erreichen, wurden moderne pädagogische Konzepte entwickelt, die schon damals eigenverantwortliches Handeln großschrieben. In den 50er Jahren gelang es Arnold Dannenmann über seine Arbeit im CJD und sein starkes Netzwerk in christlicher Jugendarbeit und Politik, die Jugendarbeit in der Bundesrepublik als Regierungsberater entscheidend mitzubestimmen. 75 Jahre zum Wohle junger Menschen tätig zu sein, erforderte im CJD neben einem wachen christlichen Glauben die Bereitschaft, sich permanent weiterzuentwickeln. Dies kann nur mit motivierten und qualifizierten Mitarbeitenden erreicht werden. Die gelebten christlichen Werte und der hohe pädagogische Anspruch verhalfen dem CJD über all die Jahre stets zu einer Vielzahl äußerst engagierter Mitarbeitender, für die regelmäßig der Beruf Berufung bedeutet. Diese Fachkompetenz war und bleibt Motor, die sich wandelnde Lebenswirklichkeit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen stetig zu analysieren, um ihnen im CJD individuelle Angebote bereitzustellen, mit deren Hilfe sie ihre Zukunft optimal gestalten können. Innovative Bildungsmodelle zu entwickeln und umzusetzen ist erklärtes CJD Ziel. Bereits die ersten Jugenddörfer waren nicht nur Orte für Ausbildung und schulische Bildung. Die Jugendlichen wurden zur Selbstverwaltung angeleitet, auf gesunde Ernährung, sportliche und musische Betätigung wurde Wert gelegt und natürlich auf die Vermittlung christlicher Werte. Im Bereich Hochbegabtenförderung ist das CJD seit 1981 Vorreiter, lange bevor diese an staatlichen Schulen stattfand. Seit 2003 bietet das CJD als erste Einrichtung in Deutschland Jugendstrafvollzug in freier Form an. Programme im Bereich Inklusion, Autismus-Spektrum-Störungen oder Integration von Flüchtlingen sind im CJD seit Langem im Einsatz. Zur Sicherung der CJD Qualitätsstandards wurden seit der Gründung kontinuierlich inhaltliche und strukturelle Veränderungen vorgenommen. Dies sicherte die hohe fachliche Kompetenz und die gute Platzierung des CJD im Markt. Beides ist für eine wirtschaftlich gesunde Weiterentwicklung des Unternehmens unerlässlich. So wurden, dem gesellschaftlichen Wandel entsprechend, die ehemals idealen familienähnlichen Wohnstrukturen der Jugenddörfer allmählich um differenzierte ambulante Angebote erweitert. LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, 4 Aus dem Präsidium

Vorworte Im Interesse einer effizienten Führung wurden auch die Verwaltungsstrukturen im CJD immer wieder angepasst. In den Jahren ab 2010 erfolgte die Abkehr von der dezentralen Leitung in den Jugenddörfern hin zu einer zentralen Führung der Verbünde durch den CJD Vorstand. Dieser bislang wohl intensivste Veränderungsprozess wurde unter der Präsidentschaft von Herrn Primus vorausschauend angegangen. Heute ist eine zukunftssichere Unternehmensführung in Richtung Digitalisierung ohne diesen Schritt kaum vorstellbar. Im Namen von Präsidium und Generalversammlung bedanke ich mich herzlichst bei Ihnen allen, die Sie das CJD über die Jahre gefördert und unterstützt haben, große und kleine Spenden erbrachten, Möglichkeiten eröffneten und um Gottes Segen für die Arbeit im CJD gebetet haben, verbunden mit der großen Bitte, das CJD auch weiterhin auf Ihre Weise zu begleiten. Hochachtungsvoll Ihre Dr. Kornelie Schütz-Scheifele CJD Präsidentin Erinnerungen aus 75 Jahren CJD sowie Eindrücke einiger Jubiläumsveranstaltungen unserer Einrichtungen können Sie auf den Seiten 19 bis 23 nachlesen. 5

seit nun 75 Jahren besteht das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) – darauf sind wir sehr stolz. Und wir sind dankbar, dass sich aus der Vision einer Schar von Christinnen und Christen im Jahr 1947 ein so großes christliches Bildungs- und Sozialunternehmen entwickelt hat, das in den vergangenen Jahrzehnten Millionen von Menschen in ihrem Leben unterstützt, gefördert und ausgebildet hat. Diese Begleitung wollen wir noch weitere 75 Jahre und länger anbieten. Unsere Aufgabe als Vorstand ist es daher, dafür zu sorgen, dass sich das CJD stetig weiterentwickelt und so als modernes und zukunftsfähiges Unternehmen weiter großartige Wirkung entfalten kann. Was bedeutet Zukunftsfähigkeit auf dem sozialen Markt? Das regelmäßig zu überprüfen, gehört ebenfalls zu den Aufgaben des Vorstands. In unserem Zielbild „CJD 2026 – Das Zusammen wirkt“ haben wir die fünf Bereiche definiert, denen wir in den nächsten Jahren besondere Aufmerksamkeit widmen – mit dem Ziel, 2026 und darüber hinaus ein innovatives, extern ausgerichtetes, arbeitsteiliges, modernes und zukunftsfähiges, vor allem wertegebundenes christliches Bildungs- und Sozialunternehmen zu sein. Die ersten zwei der Bereiche sind und bleiben im Bildungs- und Sozialbereich bei einer sich wandelnden Gesellschaft eine stete Herausforderung. Zum einen müssen sich unsere Angebote an die sich verändernden Bedürfnisse der Gesellschaft und unserer Klientinnen und Klienten anpassen. Wir sind und wollen Qualitätsanbieter bleiben. Denn es ist unsere Mission, bedürfnisorientierte, vernetzte Angebote für Menschen in allen Lebensphasen zu entwickeln und bereitzustellen. Zum anderen müssen wir als Unternehmen wirtschaftlich gesund sein, damit wir diese Angebote auf Dauer verlässlich gewährleisten können. Qualität und gute Angebote können wir nur schaffen, wenn unsere qualifizierten Mitarbeitenden zufrieden und motiviert sind. Daher wollen wir ein attraktiverer Arbeitgeber werden, damit unsere Mitarbeitenden gerne im CJD ihren Dienst leisten und wir trotz Fachkräftemangel immer wieder neue Menschen mit der gleichen Mission für das CJD begeistern. Der vierte Bereich bestimmt seit einigen Jahrzehnten unser Leben und fordert uns fortwährend: die Digitalisierung. Als bundesweites, dezentrales Bildungs- und Sozialunternehmen bietet sie uns viele Vorteile: zum Beispiel gemeinsame Daten- und Wissensbanken, auf die alle zugreifen können, Programme, in denen wir verteilt auf ganz Deutschland gemeinsame Sitzungen abhalten und arbeiten können, einen Internetauftritt, der über Bundeslandgrenzen hinweg die Suche nach freien Plätzen im CJD erleichtert, und ein Intranet, das schnell informiert und alle Einrichtungen und Fachbereiche miteinander vernetzt. Bis es so weit ist, braucht es noch viel Arbeit. Auch unsere Teilnehmenden wollen wir digital optimal auf das Berufs- und Alltagsleben vorbereiten, denn in unserer Gesellschaft geht es heute nicht mehr ohne digitales Wissen. Dafür bringen wir unsere Schulen und Ausbildungsplätze immer wieder auf den neuesten Stand. Und wir befähigen junge Menschen, sich sicher im digitalen Raum zu bewegen und in ihm zu arbeiten. Digitalisierung ist eines der Fokusthemen dieses Spenden- und Jahresberichts. Auf den Seiten 24 bis 29 finden Sie dazu Berichte aus dem CJD. LIEBE LESERINNEN, LIEBE LESER, 6 Aus dem Vorstand

Vorworte Der fünfte Bereich ist unsere geistliche Heimat und das Fundament, auf dem das CJD steht: In einer Gesellschaft, in der nur noch die Hälfte der Menschen einer christlichen Kirche angehören, schärfen wir unser christliches Profil deutlich. Gott liebt jeden Menschen und erachtet ihn als einzigartig wertvoll. Daher ist es unsere Vision, dass keine und keiner verloren gehen darf. Unser christliches Menschenbild ist die Basis für unsere einzigartige Form der Persönlichkeitsbildung und für unser Bildungsverständnis. Wir betrachten jeden Menschen ganzheitlich. Wir begnügen uns nicht mit formalen Bildungsabschlüssen, sondern geben Menschen Orientierung und machen sie stark, ihr Leben selbstbewusst und eigenverantwortlich zu führen. Das vergangene Jahr war geprägt von der Corona-Pandemie und dem Hackerangriff. Es hat sich wieder einmal bewiesen, dass das CJD sich in Krisen als besonders stark erweist. Als Vorstand sind wir sehr dankbar, dass es gemeinsam mit allen unseren sehr engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden und unseren Partnern aus Politik, Leistungsträgern und Verbänden sowie unseren Spendern gelungen ist, für unsere Auszubildenden, für unsere Beschäftigten in den Werkstätten, für Kinder und Jugendliche in den Schulen, Kindergärten und der Jugendhilfe und allen anderen Angeboten da zu sein. Zusammen haben wir sehr viel geleistet – auch darauf dürfen wir sehr dankbar schauen. Nur zusammen werden wir die aktuellen Herausforderungen der Gegenwart meistern. CJD – Das Zusammen wirkt! Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen unseres Spenden- und Jahresberichts. Oliver Stier (Sprecher des Vorstands) für den CJD Vorstand Der CJD Vorstand – von links: Herwarth von Plate, Oliver Stier, Anke Schulz, Samuel Breisacher und Petra Densborn 7

8 Wer wir sind

Wer wir sind Das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands ist eines der größten Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland. Unsere Mitarbeitenden fördern und begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene – in Kitas und Schulen, Berufsbildungswerken und Lehrbetrieben, in Kliniken und Reha-Einrichtungen, Wohngruppen und Werkstätten. Sie gestalten ihre Arbeit auf der Basis des christlichen Menschenbildes und teilen die Vision einer inklusiven Gesellschaft. Der seit der Gründung 1947 prägende Leitgedanke „Keiner darf verloren gehen!“ bedeutet heute für das CJD, dass jedem Menschen die Teilhabe am Leben und an der Gesellschaft zusteht. Wir unterstützen Menschen auf diesem Weg und befähigen sie, ihre Persönlichkeit zu entfalten und ein selbstständiges Leben zu führen. Bedürfnisorientierte, vernetzte Angebote für Menschen in allen Lebensphasen sind unsere Stärke. Als Qualitätsanbieter und Netzwerkgestalter im Sozialraum arbeiten wir mit geeigneten Partnern zusammen. Wir sind Mitglied der Diakonie Deutschland und dem CVJM eng verbunden. WER WIR SIND 9

PERSÖNLICHKEITSBILDUNG – DEN GANZEN MENSCHEN IM BLICK Persönlichkeitsbildung ist ein übergeordnetes Bildungsziel der pädagogischen Arbeit im CJD. Die Entwicklung der Persönlichkeit ist Voraussetzung für ein selbstständiges Leben und die Teilhabe an der Gesellschaft. Zu ihr gehören vier Handlungsfelder: • Religionspädagogik • Sport- und Gesundheitspädagogik • Musische Bildung • Politische Bildung Damit wollen wir den Menschen nicht nur Wissen mit auf den Weg geben, sondern sie dabei unterstützen, ihre Persönlichkeit zu entfalten. Grundlage ist das christliche Gottes- und Menschenbild, dass jeder Mensch in aller Freiheit Liebe erfährt. 10 Wer wir sind

DAS CJD BILDUNGSVERSTÄNDNIS www.c jd.de/ueber-uns/ bildungsverstaendnis Wer wir sind Wir lieben Menschen, denn Gott liebt uns Menschen. Weil jeder Mensch ein absoluter Wert ist, ist Bildung immer von gleichem Wert, welche Möglichkeiten und Einschränkungen die oder der Einzelne auch mitbringt. Das Recht auf Bildung ist unverzichtbar. Das CJD Bildungsverständnis formuliert den Anspruch an alle Bildungsprozesse im CJD und bringt deren Zielsetzung auf den Punkt. Es besteht aus den vier Elementen: Warum ist dem CJD Persönlichkeitsbildung so wichtig? In der Persönlichkeitsbildung sollen junge Menschen erkennen, dass sie einzigartig und wertvoll sind. Sie sollen lernen, sich selbst anzunehmen, so wie sie sind, und auf ihre Gefühle und Bedürfnisse zu achten. Wenn ihnen das gelingt, können sie auch die anderen um sich herum wahrnehmen. Dann stellen sie fest, dass auch die anderen wertvoll und einzigartig sind, dass auch sie Wünsche und Bedürfnisse haben, die es zu achten gilt. Das verändert unser Zusammensein und wir werden zur Gemeinschaft. Wie setzt das CJD Persönlichkeitsbildung im Alltag um? Persönlichkeitsbildung funktioniert nur, wenn sie erlebbar wird. Deswegen gibt es im CJD vier Handlungsfelder der Persönlichkeitsbildung, die miteinander vernetzt sind: Religionspädagogik, Sport- und Gesundheitspädagogik, Musische Bildung und Politische Bildung. Viele Mitarbeitende arbeiten fachübergreifend daran, dass unsere Teilnehmenden möglichst alle vier Handlungsfelder in den CJD Einrichtungen erleben können. Zum Beispiel in nachhaltig angelegten Projekten, in Umsetzung von Jens Letzig, Mitarbeiter im Bereich der Persönlichkeitsbildung im CJD, erklärt, warum dem CJD Persönlichkeitsbildung so wichtig ist. Ich bin einzigartig – und du auch Initiativen die von den Teilnehmenden selber ausgehen und mit Übertragung von Verantwortung im Alltag – da gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Wie bringt die Persönlichkeitsbildung das CJD als Gemeinschaft zusammen? Zu jedem Handlungsfeld in der Persönlichkeitsbildung gibt es unter großem Einsatz sehr vieler CJD Mitarbeitender eine Großveranstaltung. Da kommen bis zu 1.800 junge und erwachsene Menschen aus ganz unterschiedlichen Einrichtungen im CJD zusammen – Schülerinnen und Schüler, Menschen auf der Flucht, Menschen mit Behinderung, Auszubildende aus einer Reha-Einrichtung, junge Menschen im freien Strafvollzug etc. Sie wachsen während der Tage zu einer Gemeinschaft zusammen und feiern sich gegenseitig. Das ist wirklich einzigartig. Die Teilnehmenden lernen: Vielleicht sieht der eine oder die andere anders aus als ich oder redet eigenartig. 11

DIE ANGEBOTE DES CJD Elementarpädagogik und Familienbildung Bei den ersten Schritten dabei – Angebote für Kinder und ihre Familien • Kitas, Krippen, Horte und Tagespflege • Spezielle Zusatzangebote in den Bereichen Hochbegabtenförderung, Inklusion, Integration, Sprachen, musische Bildung und Gesundheit • Hilfsangebote für Eltern und Kinder ab Beginn der Schwangerschaft und in den ersten Lebensjahren • Familienzentren mit Kursen und Fortbildungen In den 80 Kindertageseinrichtungen steht das einzelne Kind mit seinen persönlichen Bedarfen im Mittelpunkt. Das gilt für alle Kitas ebenso wie für die Einrichtungen mit Spezialangeboten in den Bereichen Hochbegabtenförderung, Inklusion und Integration sowie für die internationalen und zweisprachigen Kitas. Das CJD fördert gezielt die individuellen Begabungen und schafft so eine Basis für einen gelungenen Start auf dem Lebensweg. Zusätzlich stehen Fachleute in den Familienzentren mit Rat und Tat zur Seite. 80 Kitas 6.000 Kita-Plätze Über 2.000 Schulkinder in 26 Ganztagesangeboten 43 CJD Christophorusschulen 12.000 Schülerinnen und Schüler 12 Wer wir sind

Wer wir sind Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Niemand ist alleine – Unterstützung in schwierigen Zeiten • Betreutes Familienwohnen • Wohngruppen für Kinder und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf • Intensivgruppen für hochbelastete Kinder und Jugendliche • Erziehungsberatung und Unterstützung für Jugendliche und ihre Familien Familien, die vor besonderen Herausforderungen stehen, unterstützt das CJD dabei, den Alltag und die Erziehung so selbstständig wie möglich zu gestalten. Die Lösungsangebote reichen von Beratung bis zu betreutem Familienwohnen. Für hilfsbedürftige und hochbelastete Kinder und Jugendliche bietet das CJD verschiedene Wohngruppen an. Junge Menschen, die einen besonderen Betreuungsbedarf haben, finden im CJD einen geschützten Raum und professionelle Begleitung mit dem Ziel, die Heranwachsenden so zu stabilisieren, dass sie in ihre Familie zurückkehren oder in eine andere Betreuungsform wechseln können. Angebote für Kinder, junge Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und präventive Angebote für junge Familien rücken mehr in den Fokus. Integration/Migration Fremde werden Freunde – Ankommen in Deutschland • Sprachkurse, Integrationshilfe, Betreuung und Beratungsangebote Wenn junge Menschen aus dem Ausland zu uns kommen, ist das CJD da, um sie bei den ersten Schritten in der neuen Heimat zu begleiten. Sie erhalten Unterstützung dabei, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren, sich in unserem Bildungssystem zu orientieren und auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das CJD bietet hier unter anderem Jugendmigrationsdienste, Sprachkurse und verschiedene Integrationsprojekte. An 170 Standorten bieten wir 190 stationäre und rund 30 teilstationäre Angebote an Schulische Bildung Gute Schule – mehr als Noten und ein Abschlusszeugnis • Gymnasien, Realschulen, Gesamtschulen, Hauptschulen, Förderschulen, Grundschulen, Berufliche Schulen • Hochbegabtenförderung und Beratung • Schulen für Spitzensportlerinnen und Spitzensportler • International School Die rund 12.000 Schülerinnen und Schüler sollen aus dem CJD mehr mitnehmen als nur gute Noten und Zeugnisse. Neben einer guten Schulbildung in allen Bereichen bietet das CJD einen Rahmen, in dem sich Heranwachsende zu Persönlichkeiten entwickeln können. Über den normalen Unterricht hinaus gibt es in allen Schulen und Internaten zusätzliche Angebote in den Bereichen Sport, Politik, Musik und Religion. Im Bereich Hochbegabung bietet das CJD spezialisierte Beratung und Förderung an. 13

Berufliche Bildung und Rehabilitation Fähigkeiten richtig einsetzen – den passenden Beruf finden • Berufsorientierung, -vorbereitung und -ausbildung • Ausbildungsbegleitung • Berufliche Fort- und Weiterbildung • Den Weg zurück ins Arbeitsleben ermöglichen • Berufsvorbereitung und -ausbildung für Menschen mit Beeinträchtigung und Behinderung • Umschulungen aus gesundheitlichen Gründen • Fachkliniken im Gesundheitsbereich • Medizinische Begleitung chronisch kranker Kinder Das CJD unterstützt junge Menschen von der Berufswahl bis zum erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung. In der Berufsorientierung hilft das CJD Schülerinnen und Schülern dabei, sich einen Überblick auf dem Arbeitsmarkt zu verschaffen. Nach dem Schulabschluss können Jugendliche durch berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, in Orientierungslehrgängen oder in den Produktionsschulen den persönlichen Berufsweg entdecken. Für viele Berufe bietet das CJD in seinen Einrichtungen und Werkstätten die komplette Berufsausbildung an. Menschen mit Behinderung oder einer Beeinträchtigung berät und begleitet das CJD unter anderem in seinen sieben Berufsbildungswerken, zwei Berufsförderungswerken und in verschiedenen Reha-Einrichtungen. Weiterbildungen und Umschulungen mit Berufsabschluss gehören ebenfalls zur Angebotspalette des CJD. Auch Menschen, die in die Langzeitarbeitslosigkeit geraten sind, erhalten Unterstützung auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben. Bei allen Angeboten im Bereich der Beruflichen Bildung und der Rehabilitation hat das CJD die individuellen Stärken der und des Einzelnen im Blick und fördert diese gezielt. Rund 3.000 Auszubildende 500 verschiedene Angebote 14 Wer wir sind

Wer wir sind Arbeit und Beschäftigung Gebraucht werden – Teilhabe am Arbeitsleben • Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung • Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigung auf dem Weg zum allgemeinen Arbeitsmarkt • Qualifizierung und Weiterbildung für Menschen mit Behinderung • Arbeitnehmervermittlung Ein passender Arbeitsplatz ist wichtig für ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben. Menschen, die aufgrund von Beeinträchtigungen vor besonderen Herausforderungen stehen, unterstützt das CJD dabei, sich beruflich zu entwickeln und eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Dabei immer im Blick: die individuellen Wünsche und Fähigkeiten der bzw. des Einzelnen. Im bundesweiten Angebot des CJD finden sich zum Beispiel Inklusionsbetriebe, Werkstätten für Menschen mit Behinderung und die Vermittlung von Arbeitsplätzen. Das Ziel ist dabei, den Menschen mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen und den Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu ebnen. Wohnen und Begleiten Sich zuhause fühlen – für jede und jeden die passende Wohnform • Wohnangebote für Menschen mit Behinderung • Eltern mit Behinderung ein Familienleben ermöglichen • Unterstützung und Pflege in allen Lebenslagen • Angebote im Gemeinwesen • Angebote für Menschen mit Fluchterfahrung Alle Menschen brauchen ein passendes Zuhause. Für Menschen mit Behinderung bietet das CJD Wohnformen, die es den Kundinnen und Kunden ermöglichen, ihr Leben weitestgehend selbstständig zu gestalten. Auch Eltern mit Behinderung werden in ihrer Erziehungsarbeit im häuslichen Umfeld unterstützt. Menschen, die auf Unterstützung und Pflege angewiesen sind, finden im CJD zahlreiche Angebote. Hinzu kommen Angebote für Menschen mit Fluchterfahrung sowie Angebote im Gemeinwesen. 1.500 Beschäftigte in den CJD Werkstätten für Menschen mit Behinderung 725 Kundinnen und Kunden an 32 Standorten in besonderen Wohnformen und 665 Personen in ambulanten Angeboten 15

Oberstes Beschlussorgan des Vereins ist die Mitgliederversammlung (Generalversammlung). Der Verein wählt das ehrenamtliche Präsidium jeweils für die Dauer von drei Jahren. Es hat die Aufgabe eines Aufsichtsrates. Die Mitglieder des Präsidiums • Dr. Kornelie Schütz-Scheifele (Präsidentin) • Jessika Dannenmann (stellvertretende Präsidentin) • Berthold Kuhn (stellvertretender Präsident) • Ulrich Paetsch • Dr. Olaf Juergens • Dr. Rupert Antes • Prof. Dr. Pia Wippert • Heinz-Peter Mertens Das CJD wird von einem Vorstand geleitet. Dieser besteht aus fünf hauptamtlichen Vereinsvorständen. Ihnen obliegt laut Satzung die eigenverantwortliche Geschäftsführung. • Oliver Stier (Sprecher des Vorstands) • Samuel Breisacher (Vorstand Angebote) • Petra Densborn (Vorstand Angebote) • Anke Schulz (Vorstand Personal) • Herwarth von Plate (Vorstand Finanzen + IT) Unterstützung der Arbeit des CJD Das Bundeskuratorium ist ein beratendes Gremium, das sich aus Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden zusammensetzt. Das ehrenamtliche Gremium unterstützt den CJD Vorstand und die Arbeit des CJD bei der Durchführung von strategischen Vorhaben und ganz konkreten Projekten, um die Vision des CJD zu erfüllen. Das Bundeskuratorium ist dazu berufen, Weichen zu stellen, damit der CJD Leitsatz „Keiner darf verloren gehen!“ Wirklichkeit werden kann. Dabei setzt es seine Kompetenz und seine gesellschaftlichen Bezüge zur Beratung des CJD und zum Wohle der jungen Menschen ein. Mitglieder des Bundeskuratoriums • Brigitte Zypries (Bundesministerin a. D.) • Eckardt Rehberg (ehemaliges Mitglied des Deutschen Bundestages) • Amelie Fritsch (Gründerin Beratung von Familienunternehmen) • Roland Göhde (Vorstandsvorsitzender GHP – German Healthcare Partnership) • Prof. Dr. Andreas Schröer (Professor für Organisationspädagogik) • Hansjörg Kopp (Generalsekretär des CVJM in Deutschland) Brücke zwischen Theorie und Praxis Der Wissenschaftliche Beirat ist vom Vorstand des CJD eingesetzt, um die Pädagogik im CJD hinsichtlich ihres christlichen Profils zu begleiten und weiterzuentwickeln. Er stellt die Brücke zwischen der pädagogischen Praxis und der wissenschaftlichen Reflexion dar. Er bereitet wissenschaftliche Erkenntnisse für die pädagogische Arbeit im CJD auf. Die pädagogischen Konzepte des CJD werden von ihm untermauert. Besetzung • Prof. Dr. Manfred Pirner, Nürnberg • Prof. Dr. Ulrich Hemel, Laichingen • Prof. Dr. Stefan Jung, Kassel • Prof. Dr. Martin Schreiner, Hildesheim • Prof. Dr. Annette M. Stroß, Karlsruhe • Prof. Dr. Walter Tokarski, Kerpen Generalversammlung Präsidium Vorstand Bundes- kuratorium Wissenschaftlicher Beirat EIN STARKER VEREIN 16 Wer wir sind

Wer wir sind Generalversammlung | Präsidium Fachbereiche Dr. Kornelie Schütz-Scheifele Präsidentin Arbeit und Beschäftigung | Berufliche Bildung und Rehabilitation | Elementarpädagogik und Familienbildung | Kinder-, Jugend- und Familienhilfe | Schulische Bildung | Wohnen und Begleiten Vorstand ab 1. April 2022 Oliver Stier Sprecher des Vorstands • Theologie, Wertekommunikation und Persönlichkeitsbildung • Markt, Zukunft und Politik • Marketing, Unternehmenskommunikation und Fundraising • Recht, Compliance, Risikomanagement • Strategie und Organisations- entwicklung • Revision • Vorstandsbüro, Dienststellenleitung, Zentrale Samuel Breisacher Vorstand Angebote • Nord • Pepko Hamburg • Baden-Württemberg • Niedersachsen NW • Niedersachsen SO • Sachsen-Anhalt • Sachsen Thüringen Petra Densborn Vorstand Angebote • Bayern • Berlin-Brandenburg • NRW Nord • NRW Süd • Hessen • BFW Koblenz gGmbH • Rhein-Pfalz • Saarland/Pfalz Anke Schulz Vorstand Personal • Personaladministration (Vertragswesen, Entgeltabrechnung, Zeitwirtschaft) • Personalentwicklung • Personalgewinnung • Gesundheitsmanagement Herwarth von Plate Vorstand Finanzen + IT • Unternehmenssteuerung • Finanzen • Inhouse Consulting • IT/Digitalisierung • Immobilien • Prozesse • Zentrale Services • Datenschutz und QM • Nachhaltigkeit Die Angebote im CJD werden über Mittel des Bundes, der Länder, Kommunen und der Sozialversicherungsträger finanziert. Innovative Projekte, Pilotprojekte oder etwa sehr individuelle Hilfeprogramme bedürfen allerdings in der Regel einer privaten Finanzierung, die nur über Spendenengagement ermöglicht werden kann. Finanzierung 17

18 Im Fokus

Im Fokus Im Jahr 2022 feiert das CJD seinen 75. Geburtstag. Ein Anlass, um die eigene Geschichte zu betrachten, die Entwicklung Revue passieren zu lassen, dankbar zu sein. Um dann, voller Mut und Visionen, nach vorn zu blicken, weiterzugehen und dadurch sowohl für Teilnehmende wie auch Mitarbeitende weiterhin ein Ort der Entfaltung zu sein. 75 Jahre für Bildung und Teilhabe: „Keiner darf verloren gehen!“: Unter diesem Leitsatz gründete Arnold Dannenmann zusammen mit Gleichgesinnten 1947 das CJD. Seit Bestehen ist dieser Satz Antrieb und Vision – und sicherlich mit ein Grund, dass wir heute zu den größten christlichen Bildungs- und Sozialunternehmen zählen. Dieses Jubiläum wie auch unsere Entwicklung feiern wir mit einer digitalen Chronik und zahlreichen Aktionen in unseren Einrichtungen. Heute und morgen zukunftsfähig: Kundenzentrierung und aktive Mitgestaltung wurde und wird bei uns großgeschrieben. Digitalisierung ist daher kein Selbstzweck. Höchste Priorität hat für uns der Nutzen und Mehrwert sowohl für Teilnehmende als auch für Mitarbeitende. Teilhabe in einer digitalisierten Welt für die einen, effizienteres Arbeiten und Wissenstransfer für die anderen. So sichern wir schon heute die Zukunft von morgen – für unsere Teilnehmenden und uns. DAS CJD: GESTERN, HEUTE, MORGEN 19

chronik.c jd.de Die digitale Chronik zum 75. Jubiläum Vor 75 Jahren legte Arnold Dannenmann den Grundstein für eines der inzwischen größten christlichen Bildungs- und Sozialunternehmen in Deutschland. Seitdem begleiten wir junge Menschen auf ihrem Weg in ein eigenständiges Leben. Das CJD als Begleiter in allen Lebensphasen „Keiner darf verloren gehen!“ Diese Überzeugung war für Pfarrer Arnold Dannenmann und eine Schar Gleichgesinnter im Jahr 1947 die Motivation für die Gründung des CJD. Aus kleinsten Anfängen ist in 75 Jahren ein Bildungs- und Sozialunternehmen entstanden, das sich in ganz Deutschland an über 350 Standorten für Menschen einsetzt und vielfältige Angebote im Bildungs- und Sozialbereich bereithält. Die Geschichte(n) des CJD lesen, hören, sehen und entdecken Wie sich das CJD entwickelt hat und wohin die Reise zukünftig gehen könnte: In der multimedialen Online-Chronik gibt es das alles im Internet zu entdecken. Sie bietet einen Überblick der Entwicklung über siebeneinhalb Dekaden CJD mit Geschichten und Videos sowie spannenden Bild- und Audioelementen. GEHEN SIE MIT UNS AUF EINE ZEITREISE 20 Im Fokus

Es folgen einige Auszüge aus der digitalen Chronik. Im Fokus 1947: Vereinsgründung Nach Monaten der Vorbereitung gründet Arnold Dannenmann am 25. April 1947 den Verein „Christliches Wohlfahrtswerk – Das Jugenddorf – Gemeinnütziger Verband, eingetragener Verein im Deutschen Nationalverband des Weltbundes der YMCA Genf “. Oder kurz: „Christliches Wohlfahrtswerk, Das Jugenddorf – CWJD“. Die Gründungsmitglieder zählen insgesamt sieben Personen. 1980: Mit „Zuversicht“ auf hoher See Das an der Ostsee gelegene Jugenddorf Eckernförde bietet mit dem Jugendsegelschoner „Zuversicht“ eine Alternative zu den gängigen Formen der Jugendhilfe: Jugendliche, die vom Schulbesuch ausgeschlossen sind, lernen die Grundlagen des Segelns und des Miteinanders auf engstem Raum und haben gleichzeitig Zugang zu einem vielfältigen land- und hauswirtschaftlichen Ausbildungsangebot. 1963: Berufsfindungsjahr Im CJD Recklinghausen, im CJD Dortmund und an zwei weiteren Standorten wird das Berufsfindungsjahr eingerichtet. Es ist der Vorläufer des heutigen Berufsvorbereitungsjahres. Mit dem Angebot gibt das CJD eine Antwort auf die Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft. Weitere Zahlen und Fakten 1949 Das erste Jugenddorf, das längere Zeit besteht, entsteht erst zwei Jahre nach Gründung im niedersächsischen Limmer. 1967 In Salzgitter eröffnet die erste Werkstatt des CJD für Menschen mit Behinderung. 1981 An der CJD Christophorusschule Braunschweig beginnt das CJD mit der Förderung von hochbegabten Jugendlichen. 2003 In Creglingen startet das CJD das „Projekt Chance“ – eine Form von Jugendstrafvollzug in freien Formen. 2021 Ein frisches, modernes Erscheinungsbild und der Slogan „Das Zusammen wirkt.“ repräsentieren unser Selbstverständnis. 21

Beim diesjährigen „Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ machte der Bus Halt in Erfurt. Großer Auftakt Große Geburtstage dürfen auch groß gefeiert werden. Deshalb begingen fast alle unsere 350 Standorte den Auftakt zum 75-Jahre-Jubiläum des CJD mit einem kleinen oder großen Fest, mit Mitarbeitenden, Teilnehmenden und auch der Öffentlichkeit. Die fünf Vorstände teilten sich die Feiern auf und besuchten die Feste in Dortmund, Homburg, Stuttgart, Berchtesgaden und Waren (Müritz). Leistungsschau und viele glückliche Gäste Zum Jubiläumsauftakt des CJD Ribnitz-Damgarten strahlten Sonne und Gastgeber um die Wette. Die idealen Voraussetzungen also, um gleich zwei große Geburtstage zu feiern: 75 Jahre CJD und 30-jähriges Bestehen des Standortes in Mecklenburg-Vorpommern. 350 Personen fanden sich zum Fest auf dem weitläufigen Gelände der Werkstatt für Menschen mit Behinderung ein und bestaunten die liebevoll vorbereitete Leistungsschau. Drei Feiern auf einmal In Droyßig gab es Mitte Mai gleich dreifach Grund zum Feiern: das 30-jährige Bestehen der zwei CJD Christophorusschulen, 75 Jahre CJD und 175 Jahre Droyßiger Lehranstalten. Die zweitägigen Feierlichkeiten fanden im Rahmen des jährlichen Stiftungsfests statt. Den Auftakt bildete ein Festakt am Freitagmorgen. Das Stiftungsfest geht zurück auf Fürst Otto Victor von Schönburg- Waldenburg, der am 11. Mai 1847 die Stiftungsurkunde unterzeichnete. Das Anliegen der Stiftung war, jungen Frauen auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes ein hohes Bildungsniveau zu vermitteln und sie bestmöglich auf die Anforderungen der Gesellschaft vorzubereiten. Diese Tradition führt das CJD seit Anfang der 1990er Jahre fort. DER JUBILÄUMSBUS AUF TOUR 22 Im Fokus

Im Fokus Geburtstagswünsche Was ist mir wichtig? Was wünsche ich mir? Das überlegten sich die Kinder, die im Rahmen des Stadtteilbüros des CJD Insel Usedom-Zinnowitz betreut werden, zum 75. Geburtstag des CJD. Auf kleine Karten schrieben sie die unterschiedlichsten Wünsche wie Frieden, tägliches Essen, eine Schreibunterlage, Eis essen, eine Federtasche, Fußball, Zeit mit Mama und Papa, Strandspielzeug, ein Kuschelkissen und vieles mehr. Anschließend banden sie die Karten an 75 Luftballons und ließen sie in den Himmel steigen. Blau machen Der strahlend blaue Himmel kam wie gerufen für diesen Donnerstag Anfang Mai, als es in der CJD Christophorusschule Oberurff lautete: „Wir machen blau!“ Doch statt dem Schulgebäude fernzubleiben, versammelten sich rund 300 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5, 6 und 8 mit ihren Lehrerinnen und Lehrern in der vierten Stunde auf der Wiese vor dem Oberurffer Schloss – alle komplett in Blau gekleidet. Gemeinsam stellten sie sich mit zahlreichen Luftballons bestückt in 75-Formation, um unser Jubiläum zu würdigen. Ein echter Höhenflug Oft lohnt es sich, einfach mal eine andere Perspektive einzunehmen. Zum Beispiel von ganz weit oben: Die Bewohnerinnen und Bewohner des Schülerwohnheims Lindau (Bodensee) gratulierten dem CJD zum 75-jährigen Bestehen bei bestem Jubiläumswetter mit einer ganz besonderen „75“. Weitere Ereignisse 18.08.22 Sommerfest Zeche Germania in Dortmund 28.09.22 Offizieller Festakt „75 Jahre CJD – Für Bildung und Teilhabe“ in Stuttgart 30.09.22 Jubiläumsfeier 50 Jahre CJD Wolfstein 15.10.22 Orchesterkonzert des CJD Orchesters in Berlin 09.–11.11.22 „Reif für die Insel“ – Jugendforum für Lebens- und Glaubensfragen in Gera 14.–17.06.23 Begegnungs(t)räume – Festival der Persönlichkeitsbildung in Wolfsburg 23

Die Digitalisierung hält in nahezu allen Lebensbereichen Einzug. Wir wollen unsere Kundinnen und Kunden daher befähigen, an einer digitalisierten Welt teilzuhaben. Dazu sorgen wir für die nötige technische Ausstattung und integrieren digitale Elemente sowie die Vermittlung von Medienkompetenzen in unsere Angebote. Onlineunterricht Weitere Tablets ermöglichen die Teilhabe am und die Recherche für den Unterricht im Internat Oberurff Im CJD Oberurff begleiten wir unter anderem junge Menschen, die sich nach langer Schulabstinenz oder aufgrund großer Schulängste wieder an einen regelmäßigen Schulbesuch gewöhnen müssen. Während der Schulschließungen in der Pandemie kostete es die Mitarbeitenden viel Zeit, Fingerspitzengefühl und Überzeugungsarbeit, die Jugendlichen zum Homeschooling zu motivieren. Dank der Anschaffung digitaler Endgeräte (Tablets) und der notwendigen Infrastruktur (Router) können die Kinder und Jugendlichen jetzt recherchieren, Hausaufgaben erledigen und regelmäßig am Videounterricht teilnehmen. Diese technischen Voraussetzungen ermöglichen eine faire Teilhabe und unterstützen die Kinder und Jugendlichen in ihrer Entwicklung. Wir danken der Ravenstein-Stiftung und weiteren Spenderinnen und Spendern. TEILHABE AN EINER DIGITALISIERTEN WELT Nichts ist so stetig wie der Wandel – besonders in der digitalen Welt. Daher veralten die Geräte relativ schnell und müssen immer wieder ersetzt werden. Ihre Spenden machen das möglich. Herzlichen Dank dafür. Digitalisierung im Fokus Auf den Seiten 24 bis 26 stellen wir Ihnen eine Auswahl spendenfinanzierter Projekte mit dem Fokus Digitalisierung vor. Weitere Spendenprojekte finden Sie ab Seite 31. 17.500 € für Tablets und Router 24 Im Fokus

Im Fokus Digitales Selbstlernzentrum Laptop-Arbeitsplätze und -Entleihstation für die Jugendlichen im Berufsbildungswerk in Homburg/Saar Die Pandemie forderte auch vom Berufsbildungswerk des CJD Homburg ein mutiges und schnelles Handeln, damit die mehr als 300 Auszubildenden trotz mehrerer Lockdowns die Zwischen- und Abschlussprüfungen meistern konnten. Daraus entstand das Projekt „Digitales Selbstlernzentrum 75“. Ein einladender, heller Raum mit PC- und Laptop-Arbeitsplätzen, in dem die Jugendlichen selbstständig oder mit Betreuung nach Feierabend arbeiten können. Egal ob es sich um Bewerbungen, berufsbedingte Recherchen oder Internetnutzung handelt, hier finden die Auszubildenden alles, was zu einem modern ausgestatteten Arbeitsraum gehört: eine digitale Tafel, Drucker und ein Laptopwagen mit der Möglichkeit, die Geräte dort zu verstauen und aufzuladen. Zudem gibt es eine Entleihstation für die Jugendlichen, um im Falle eines Lockdowns oder bei Krankheit mit einem Leihgerät von zu Hause am Unterricht teilnehmen zu können. Unser herzlicher Dank gilt den vielen Spenderinnen und Spendern von nicht zweckgebundenen Spenden. Digital Lab Niederschwellige Hilfsangebote reduzieren die digitale Kluft in der beruflichen Bildung in Maximiliansau Unter den Teilnehmenden in Maximiliansau gibt es Jugendliche und Erwachsene, die nicht über die nötigen technischen Voraussetzungen oder nur über geringe Erfahrungen im Bereich der Digitalisierung verfügen. Mit niederschwelligen Hilfsangeboten und der technischen Ausstattung wollen wir diese digitale Kluft reduzieren. Alle Teilnehmenden sollen einen besseren Zugang zur digitalen Welt erhalten und das mobile Lernen soll unterstützt werden. Im Medienraum stehen dazu jetzt 20 spendenfinanzierte Laptops zur Verfügung, die sie vor Ort nutzen oder sich ausleihen können. Bei Problemen im Umgang mit der Technik können sie sich an einen Mitarbeitenden wenden, der sie mit Rat und Tat unterstützt. Zudem bietet der Medienraum ein sogenanntes „Digital Lab“. Es besteht aus einem Computer mit zwei Kameras, einem Schnittplatz mit der entsprechenden Software und einem großen, digitalen Whiteboard. Hier werden von den Mitarbeitenden zum Beispiel asynchrone Lerninhalte wie Tutorials oder Webinare produziert, mit denen sich die Teilnehmenden eigenständig auf den Unterricht vorbereiten können. Das stärkt sowohl das aktivierende Lernen als auch die Digitalkompetenz. Unser herzlicher Dank gilt den vielen Spenderinnen und Spendern von nicht zweckgebundenen Spenden. 50.200 € Wir bedanken uns bei der Share Value Stiftung für die seit 2009 kontinuierliche Unterstützung des CJD Ilmenau. Im Coronajahr 2021 wurden die Mittel schwerpunktmäßig im Rahmen der Digitalisierung zur Sicherung der Beruflichen Bildung und Qualifikation der jungen Menschen eingesetzt. 18.000 € für 20 Laptops, die technisch auf dem neuesten Stand sind 30.861 € für die Anschaffung mobiler Endgeräte 25

CJD Gymnasium Braunschweig Das CJD Gymnasium in Braunschweig kann auf eine lange Robotik-Erfahrung zurückblicken. Neben der Robotik-AG gibt es auch für den sogenannten Profilunterricht das Fach Robotik – beides jahrgangsübergreifend und ab der 5. Klasse. Es wird dabei auf den individuellen Stand der Fähigkeiten eingegangen und das Schöne ist: Die älteren Schülerinnen und Schüler helfen den jüngeren, geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen weiter. Dabei überprüfen sie automatisch, wie gut und sicher ihr eigenes Wissen ist. Das CJD unterhält zahlreiche weitere Robotik-­ Angebote an vielen Standorten in ganz Deutschland. Entwicklungsförderung von Kindern Eine Videoausrüstung in der Kita Columbus in Hof unterstützt die Entwicklung von Kindern und Eltern aus eigener Kraft. In der Kita Columbus in Hof setzen wir auf die Marte-Meo-Methode, um Fähigkeiten aufzuzeigen, zu aktivieren und zu entwickeln. Das Ziel der Marte-Meo-Methode ist es, Menschen zu ermutigen, ihre eigene Kraft zu nutzen. Dabei werden Entwicklungsprozesse angeregt und vorangebracht. Durch teilnehmende Beobachtung und das Filmen von Spiel- oder auch Gesprächssituationen erkennen Eltern leichter, welches Verhalten – z. B. Blickkontakt, ein Lächeln oder aktive Zuwendung – positive Effekte ausgelöst haben: bei sich und ihren Kindern. „Aus eigener Kraft“ (lat. marte meo) verbessern sie so die Interaktion und Kommunikation mit den Kindern und dabei auch deren Spiel- und Schulfähigkeit. Technische Voraussetzung für die Arbeit mit dieser Methode ist eine komplette Videoausrüstung mit Kamera, Stativ und Bildschirm. Dank der Sachspende kann die Kita Columbus den Kindern und Eltern nun viel besser helfen. Wir danken der Bechtle direct GmbH für ihre Sachspende. Mit der wachsenden Digitalisierung nehmen auch die Einsatzmöglichkeiten der Robotik zu. Immer mehr Roboter halten Einzug in unseren Alltag – vom Industrieroboter in der Fertigungshalle über den Serviceroboter im Krankenhaus bis zum Saug- oder Mähroboter im Haushalt. Tendenz steigend. Daher widmet sich auch das CJD in zahlreichen Bildungsangeboten der Robotik. Wir stellen beispielhaft drei Projekte vor. ROBOTIK IM CJD 2.500 € für eine komplette Videoausrüstung 26 Im Fokus

Im Fokus CJD Christophorusschule Königswinter Die CJD Christophorusschule in Königswinter ist ein wahrer Pionier. Seit dem Jahr 2000 gibt es hier bereits eine Robotik-AG. Ziel ist es, bei den Schülerinnen und Schülern früh das Interesse an Technik und Informatik zu wecken und durch die Teilnahme an Wettbewerben immer weiter zu steigern. Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn die Robotik-Kinder Erwachsenen etwas vorführen und erklären können. Die Bewunderung und Anerkennung erfüllt sie mit Stolz und fördert die Motivation sowie den Durchhaltewillen. Diese Erfahrung machten auch die acht Mädchen aus der Klasse 5 in Köln auf dem didacta-Stand des CJD. CJD Kinderakademie Nürnberg In der Kinderakademie des CJD Nürnberg lernen bereits Grundschülerinnen und -schüler den spielerischen Umgang mit der Robotik (z. B. Lego MINDSTORMS®). Sie lernen, Roboter nach Anleitung zu bauen und so zu programmieren, dass die Roboter verschiedene Tätigkeiten korrekt ausführen können, beispielsweise eine Kugel zu werfen oder Bahnen autonom abzufahren. Der Bau und die Programmierung erfordern von den Kindern sehr viel Geduld und Konzentration. Die Aufgabe kombiniert Kreativität mit dem Wissensaspekt und fördert zudem das Durchhaltevermögen. „Digitalisierung ist heutzutage nicht mehr wegzudenken. Deshalb ist es wichtig, schon früh das Interesse an digitalen Themen zu wecken und Wissen zu vermitteln. Besonders wichtig finde ich, den Geschlechterausgleich zu fördern, d. h. dass sich auch Mädchen mit der Digitalisierung beschäftigen.“ Silvia Summ, Leiterin CJD Kinderakademie Nürnberg „Wer in der Robotik etwas erreichen möchte, muss an der Sache dranbleiben und lernen, mit Frustrationen umzugehen. Außerdem lernen die Kinder und Jugendlichen, dass man nur gemeinsam erfolgreich ist. Diese Erfahrungen sind wichtig für das ganze Leben.“ Dr. Winfried Schmitz, CJD Christophorusschule Königswinter 27

Digitalisierung im CJD Die Pandemie mit ihren Lockdowns war auch bei uns ein echter Treiber für die Digitalisierung. Neben der Auswahl und Installation der richtigen Hard- und Software sind auch die erforderlichen Fachkompetenzen und Fähigkeiten der Beschäftigten im Umgang mit den neuen Systemen und Kommunikationswegen von entscheidender Bedeutung. Flexibles Arbeiten im CJD Das CJD bietet momentan rund 3.300 Mitarbeitenden die Möglichkeit, mobil – also ortsunabhängig – zu arbeiten. Diese Ortsunabhängigkeit betrifft auch das Ausdrucken von Dokumenten. Druckaufträge können von überall aus abgeschickt und an jedem CJD Drucker abgeholt werden – bundesweit. Auch Scans lassen sich so von jedem CJD Drucker an die eigene E-Mail schicken. Voraussetzung dafür ist eine Vereinheitlichung der Hardware. Aber nicht nur die Endgeräte sind wichtig, sondern auch der sichere und zuverlässige Zugriff auf Daten, Laufwerke, Scanner und Drucker über ein eigenes virtuelles privates Netzwerk (VPN). Flexibilität geht bei uns Hand in Hand mit IT-Sicherheit und Datenschutz. Kollaboratives Miteinander Digitalisierung erlaubt ein besseres Miteinander – durch digitale Kollaboration und Vernetzung. Über Microsoft 365 und Teams haben unsere Mitarbeitenden die Möglichkeit, sehr effizient zusammenzuarbeiten. Neben virtuellen Meetings und Video-Chats kann auch mit mehreren Personen parallel oder zeitversetzt an einem Dokument gearbeitet werden. So ist sichergestellt, dass stets die aktuelle Version bearbeitet wird, Doppelarbeiten vermieden werden und Prozesse effizienter ablaufen. Unser Slogan „Das Zusammen wirkt.“ trifft auch für die virtuelle Kollaboration zu. Wussten Sie? 173.980 Rechnungen durchliefen im Jahr 2021 den Prozess der digitalen Rechnungsbearbeitung. 45.000 Bestellungen bei 23 zentralen Lieferanten wurden im gleichen Zeitraum auf der Bestellplattform abgewickelt. 10.715 Mitarbeiteranfragen wurden alleine im Zeitraum von Februar bis Juni 2022 über das Ticket-System von zehn IT-Mitarbeitenden bearbeitet. 3.300 CJD Mitarbeitende können können zurzeit über VPN mobil arbeiten. Die Digitalisierung bringt gewaltige Vorteile für die unterschiedlichsten Berufsfelder mit sich, stellt uns aber in einem so großen und dezentralen Unternehmen wie dem CJD auch vor große Herausforderungen. Unsere Mitarbeitenden nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. DIGITALISIERUNG GEMEINSAM GESTALTEN 28 Im Fokus

Im Fokus Digitale Geschäftsprozesse Die Digitalisierung schafft nicht nur neue Formen des Zusammenarbeitens, sondern auch der Arbeitsorganisation. Viele Geschäftsprozesse im CJD sind bereits digitalisiert, wie zum Beispiel die Rechnungsbearbeitung oder der Wareneinkauf. Rechnungen kommen meist in digitaler Form an, wo nicht, werden sie gescannt, d. h. digitalisiert. Die Weiterleitung erfolgt in elektronischer Form nach vorab festgelegten Freigaberegeln an diejenige Person, die die Rechnung prüft und freigibt, woraufhin schließlich – ebenso elektronisch – bezahlt wird. Ein weiteres Beispiel eines bereits umgesetzten digitalen Geschäftsprozesses im CJD ist die Bestellplattform. Berechtigte Mitarbeitende können auf der Bestellplattform in den statischen- oder PunchOutSortimenten unserer Lieferanten ihren Warenbedarf auswählen, Merkmale wie Kostenträger und Sachkonto werden automatisiert hinterlegt oder hinzugefügt und via hinterlegten Genehmigungsworkflow wird die Bestellung ausgelöst. Nach Lieferung findet die Prüfung und Freigabe der Lieferantenrechnung direkt auf der Bestellplattform statt. Die Übermittlung der Rechnung erfolgt über eine Schnittstelle direkt in unserer Buchhaltung, was dort eine automatisierte Weiterverarbeitung möglich macht. Die eingebauten Workflowschritte bei Bestellung und Rechnungsbearbeitung sind Kontrollmechanismen, die diesen Prozess sicher machen. Diese passgenauen Lösungen unterstützen und erleichtern unseren Mitarbeitenden ihre tägliche Arbeit bei gleichzeitiger Reduzierung von Fehlerquellen. Digitalisierung fördert Nachhaltigkeit Bei der Auswahl unserer Hardware und sogar unseres Rechenzentrums haben wir großen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit gelegt. Feinstaubbelastung, Energieverbrauch, CO2-Ausstoß und Effizienz waren beispielsweise Merkmale, die wir in unsere Beurteilung einfließen ließen. Unser Partner für das Rechenzentrum besitzt das sogenannte „Green IT“-Zertifikat – das nach strengen Kriterien vergeben wird – und hat darüber hinaus einen Umweltpreis für hohe Energieeffizienz gewonnen. Eine weitere Facette der Nachhaltigkeit ist die Reduzierung von Geschäftsreisen und dem täglichen Pendeln zum Arbeitsplatz dank virtueller Konferenzen und der Möglichkeit des mobilen Arbeitens. Die Digitalisierung hilft uns dabei, unseren Beitrag zur nachhaltigen Bewahrung der Schöpfung zu leisten. Denn die christlichen und gemeinwohlorientierten Werte des CJD sind Handlungsrahmen für die Digitalisierung. „Durch die Digitalisierung wird bei unseren Mitarbeitenden Zeit fürs Wesentliche freigesetzt und sie dient als Motor für mehr Nachhaltigkeit.“ Michael Karow, Zentralbereichsleiter Digitalisierung und IT im CJD 29

30 Was Ihre Spende bewirken konnte

Was Ihre Spende bewirken konnte Wir arbeiten täglich daran, neue Perspektiven für Menschen mit besonderem Förderbedarf zu schaffen. An unserer Seite wissen wir private Spenderinnen und Spender, Unternehmen und Stiftungen, die uns unterstützen. Beispielhaft stellen wir Ihnen auf den nächsten Seiten einige Projekte vor, die wir ohne weitere Unterstützung nicht hätten realisieren können. Leuchtturmprojekte Patenschaften für chronisch kranke Kinder, ein neues Sonografiegerät oder die Unterbringung von Menschen, die bei der Flut im Ahrtal alles verloren haben – die Projekte, die dank externer Spenden möglich waren, sind so vielfältig wie die Spenderinnen und Spender selbst. Menschen, die hervorleuchten Stellvertretend für die vielen Menschen, die sich gemeinsam mit uns engagieren, lernen Sie Christiane und Jürgen Kubis mit ihrer eigenen Stiftung und Dr. Gerd Schauerte kennen, der als Arzt in der Rehabilitation von chronisch kranken Kindern und Jugendlichen arbeitet. Was diese drei Menschen berichten, macht Lust, es ihnen gleichzutun. All unseren Spenderinnen und Spendern sagen wir ganz herzlich DANKE. Umgesetzte Spendenprojekte mit dem Fokus Digitalisierung stellen wir Ihnen auf den Seiten 24 bis 27 vor. Sie erfahren dort, welchen Nutzen die Digitalisierung für unsere Teilnehmenden bietet. JEDE SPENDE MACHT EINEN UNTERSCHIED 31

Projekt Fluthilfe Nach der Flut im Ahrtal: 35 betroffene Menschen finden im Gästehaus des CJD Bonn vorübergehend ein Dach über dem Kopf. Wir sind keine Organisation der Katastrophenhilfe. Aber dass wir nach der Flut im Ahrtal Menschen helfen, die alles verloren haben, versteht sich für uns aus christlicher Nächstenliebe. 35 von ihnen – sechs bis 72 Jahre alt – wohnten über Monate unentgeltlich in unserem Bonner Gästehaus. Außer einem Dach über dem Kopf hatten sie dringend notwendigen menschlichen Beistand und Hilfe zur Selbsthilfe erhalten, um wieder zu sich zu finden. Zwei Seminarräume hatten wir zu Gemeinschaftsküchen und Aufenthaltsräumen umfunktioniert. Hier konnte man sich treffen, austauschen, gemeinsam essen oder einfach Ruhe finden. Computer standen bereit, um Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen und um Anträge für die dringend benötigten Soforthilfen zu stellen. Dabei wurden die Flut-Flüchtlinge von CJD Mitarbeitenden vor Ort unterstützt und beraten. Herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender und an die Rittal-Foundation. CJD Jugendhilfe Dortmund Dringend erforderliche Sanierung der Badezimmer in der Mädchenwohngruppe. Das Haus der CJD Jugendhilfe in Dortmund beherbergt drei Wohngruppen für Jugendliche und junge Volljährige. Sie werden individuell dabei unterstützt, einen positiven Umgang mit dem eigenen Leben und in mehr Selbstständigkeit zu finden. Die jungen Menschen wohnen in Einzelzimmern und teilen sich immer zu zweit ein Bad. In der Gruppe mit neun Plätzen für Mädchen zwischen 15 und 21 Jahren mussten die Bäder dringend saniert werden. Nach der Sanierung der zwei Mädchen-Etagen sind nun die vorher auf dem Flur untergebrachten Toiletten in die Badezimmer integriert – eine deutliche Steigerung der Lebensqualität. Die Rückmeldungen der Mädchen, die die fertigen Räume nach ihren Vorstellungen dekorieren können, sind entsprechend positiv. Herzlichen Dank an die vielen Spenderinnen und Spender von zweckungebundenen Spenden. LEUCHTTURMPROJEKTE 75.000 € für alle Kosten, die mit der monatelangen Unterbringung der Menschen verbunden sind 50.000 € für Sanierung der Bäder in der Mädchengruppe 32 Was Ihre Spende bewirken konnte

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