Spendenbericht 2021/2022

EXPERTENINTERVIEW Herr Dr. Schauerte, was ist für Sie das Besondere an Ihrer Arbeit? Das Besondere ist, dass wir Kinder und Jugendliche mit ihren gesundheitlichen und psychosozialen Herausforderungen über einen langen Zeitraum, teilweise bis in das Erwachsenenalter, begleiten. Und zwar als Hausarzt, Facharzt, Krankenhausarzt und Reha-Arzt. Dabei erwächst oft ein Vertrauensverhältnis, das den jungen Menschen eine positive Bewältigung ihrer Erkrankung und ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Derzeit leben und lernen 116 junge Menschen im Alter zwischen zehn und 24 Jahren in der Klinik auf der Buchenhöhe. Welche Krankheitsbilder werden bei den jungen Patientinnen und Patienten behandelt? Mukoviszidose, Diabetes mellitus Typ I, Asthma bronchiale und Adipositas bestimmen das Bild. Es sind aber auch junge Menschen mit schweren Problemen nach Transplantationen dabei. Die Krankheitsbilder sind oft sehr komplex und gehen mit psychosomatischen Erscheinungen einher. Viele Kinder und Jugendliche haben, gemeinsam mit ihren Familien, einen langen Leidensweg mit zahlreichen Bei uns erhalten alle die Unterstützung, die sie brauchen. Das Zentrum Buchenhöhe bei Berchtesgaden ist mehr als eine Klinik: Hier lernen Kinder mit chronischen Krankheiten, ihr Leben zu meistern. Sie wohnen vor Ort, gehen in eine staatlich anerkannte Schule und bleiben so lange, wie es für sie sinnvoll ist. Dr. Gerd Schauerte, ärztlicher Direktor des CJD Berchtesgaden, gibt Einblick in seine Arbeit. Therapien und Klinikaufenthalten hinter sich. Ihnen allen ermöglichen wir neben der intensiven medizinischen Therapie und Betreuung auch den individuellen Zugang zur schulischen und beruflichen Bildung sowie Teilhabe am sozialen Leben. In den meisten Reha-Kliniken bleiben die Kinder und Jugendlichen nur wenige Wochen. Warum begleiten Sie die jungen Menschen über einen deutlich längeren Zeitraum? Nicht alle chronisch kranken Kinder zeigen nach der üblichen Reha von vier bis sechs Wochen eine nachhaltige Besserung. Kein Wunder, bei vielen kommen zu einer körperlichen Erkrankung psychosoziale Probleme hinzu wie Belastungen im familiären Umfeld. Meist haben sie auch noch lange Fehlzeiten in Schule oder Ausbildung. Deshalb ist ein Aufenthalt auf der Buchenhöhe nicht zeitlich begrenzt. Wie lässt sich das organisieren, ohne dass Schul- oder Berufsbildung zu kurz kommen? Die unmittelbar vorhandenen Schulen auf der Buchenhöhe sind hier von Vorteil. Wir haben eine eigene Grund- und Mittelschule, beides sind anerkannte Einrichtungen für Menschen mit körperlichen Behinderungen. Auch ein Gymnasium und eine Realschule in Schönau gehören zum CJD Berchtesgaden. Und mit unseren Angeboten zur beruflichen Bildung ermöglichen wir den begleiteten Einstieg in das Berufsleben oder die Weiterführung einer Ausbildung trotz des ausgeprägten Krankheitsbildes. So erhalten alle passgenau die Hilfe und Unterstützung, die sie benötigen. Wie ist die Finanzierung derart umfassender Angebote geregelt? Welchen Schwierigkeiten sehen Sie sich gegenüber? Die Finanzierung unserer Einrichtungen und Angebote auf der Buchenhöhe ist genauso komplex wie die Krankheitsbilder und Problemlagen der Kinder und Jugendlichen. Je Fachübergreifende Behandlung aus einer Hand 38 Was Ihre Spende bewirken konnte

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