Menschlichkeit ist Gebot der Stunde

CJD fordert von Bundesregierung schnelle Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge

Menschen auf der Flucht brauchen Unterstützung und Schutz - keine Angriffe durch Tränengas oder Wasserwerfer. Das CJD erhebt seine Stimme insbesondere für alle Kinder und Jugendlichen, die ohne Eltern in den Lagern leben, und fordert von der Bundesregierung und der Europäischen Union: Beenden Sie diese menschenunwürdige Situation! 

Experten des CJD betreuen und begleiten bereits seit den späten 1970er Jahren in eigenen Einrichtungen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und unterstützen sie, damit körperliche und vor allem seelische Wunden heilen und sich die Minderjährigen erfolgreich integrieren können. Diese Expertise hat das CJD zusammen mit weiteren europäischen Sozial- und Bildungsträgern auf einer digitalen Plattform gebündelt, die in Kürze kostenlos zur Verfügung steht.

„Als christlicher Bildungs- und Sozialträger setzen wir uns dafür ein, dass Menschen auf der Flucht Unterstützung erhalten und nicht mit Wasserwerfern und Tränengas an der Grenze bekämpft werden. Dies gilt insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Familien. Sie bedürfen unseren besonderen Schutz und müssen in Sicherheit gebracht werden“

sagt Oliver Stier, Vorstand des CJD. Entsprechende Schreiben hat das Bildungs- und Sozialunternehmen bereits an einige Ministerpräsidenten und Innenminister der Bundesländer sowie an einen Teil der Bundestagsfraktionen verschickt und schon erste positive Rückmeldungen erhalten. Das CJD begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung vom 8. März 2020, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und schwer erkrankte Kinder aufzunehmen und diesbezüglich auch auf die Regierungen der anderen europäischen Staaten einzuwirken.

Bitte beachten Sie auch das Statement unserer griechischen Partnerorganisation „The Smile of the Child“ auf Englisch zur Situation an der griechischen Grenze.

 

Große Expertise in der Integration junger Flüchtlinge

Das CJD hat seit den Flüchtlingsbewegungen in den 1970er Jahren eine große fachliche Expertise besonders bei der Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge. In den Wohngruppen und Wohnheimen des CJD finden die geflüchteten Jugendlichen Sicherheit und lernen wieder einen geregelten Tagesablauf kennen. Das CJD bietet Sprach- und Integrationskurse, schulische Bildung, Ausbildungsmöglichkeiten – auch in Kooperation mit Unternehmen. Darüber hinaus gibt es im CJD bundesweit 29 Jugendmigrationsdienste, die sich um die soziale und gesellschaftliche Integration der 12- bis 27-jährigen jungen Menschen mit Migrationserfahrung kümmern.

Menschlichkeit angesichts der Not der flüchtenden Menschen ist ein Gebot für alle europäischen Staaten. Deshalb hab sich das CJD schon vor Jahren mit verschiedenen Sozialpartnern zur Internationalen Allianz für Familien und Jugendliche (AFFY - International Alliance For Family And Youth) zusammengeschlossen. Das CJD hat sein Fachwissen in ein europäisches Projekt zur Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen eingebracht. Daraus haben die Projektpartner die digitale Plattform „Digital Notebooks“ entwickelt. Dieses Schulungs- und Informationsmedium für die soziale Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen steht in Kürze kostenlos zur Verfügung.