Jugend für Jugend – Experimentelle Videos als Mittel gegen Gewalt

14.09.2020 CJD BBW Frechen « zur Übersicht

 


Bereits im Januar 2019 startete das von der EU ko-finanzierte Erasmus+ REC-Projekt: Reflect, Experiment, Capture. Experimental Filmmaking to Prevent Violence and Empower Disadvantaged Young People (dt. Reflektieren, Experimentieren, Festhalten – Experimentelle Videoarbeit zur Prävention von Gewalt und zur Befähigung junger Menschen). Hierbei ging es in erster Linie darum, die Technik des experimentellen Videodrehs als präventives Instrument zu nutzen, um junge Menschen für die Gefahren von Gewalt zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt standen dabei, aufgrund der globalen Tragweite der Themen, speziell Mobbing und Cybermobbing, Gewalt gegenüber dem anderen Geschlecht sowie Formen der psychischen Gewalt.

Internationale Unterstützung durch junge Pädagoginnen aus Afrika und Asien

Hierzu fanden sich insgesamt fünf soziale Organisationen aus Spanien, Italien, Deutschland, Kenia und Indonesien zusammen, um das Projekt gemeinsam in den fünf Ländern umzusetzen. Direkt unterstützt wurden die drei europäischen Organisationen dabei von Partnern aus Afrika und Asien. Im Rahmen eines Freiwilligenaufenthaltes hatten sowohl eine junge Pädagogin aus Kenia sowie zwei junge Pädagoginnen aus Indonesien die Gelegenheit, in Deutschland, Italien und Spanien direkt vor Ort bei der Durchführung des REC-Projekts mitzuwirken.

Von Mitte 2019 bis Mitte 2020 lebten die drei Pädagoginnen in ihrem jeweiligen Gastland, teilweise zusammen mit neuen Kollegen/Innen oder sogar auch mit den von den sozialen Einrichtungen betreuten Jugendlichen auf dem Gelände der Partnerorganisation. Neben den Herausforderungen, die die neue Sprache mit sich bringt – was vor allem Frau Asry Tesalonika aus Indonesien während ihres Aufenthalts in Deutschland erfahren musste – mussten die jungen Damen dabei auch lernen, sich in einer westlichen Gesellschaft zurechtzufinden. Angeline Nyawira Mithayo aus Kenia, die ihren Aufenthalt auf der italienischen Insel Sizilien absolvierte, fasste ihren ersten Eindrücke wie folgt zusammen: „Ich hätte mir Italien niemals so vorgestellt". Neben der Unterstützung der Kollegen und Kolleginnen halfen unter anderem Sprachkurse zum Erlernen der lokalen Sprache für eine schnelle Integration in das lokale Gemeindeleben.

Die jungen Damen hatten jedoch zugleich die Gelegenheit, einen Einblick in ihre eigene Kultur darzubieten. Frau Erika Gabrielle Myarti, ebenfalls aus Indonesien, hatte während ihrem Aufenthalt in Spanien z. B. die Gelegenheit dazu, ihren Kollegen/innen als auch den jungen Menschen selbst einen Einblick in die indonesiche Kultur zu bieten.

Zwischen Alltag…

Im Alltag arbeiteten die drei Freiwilligen zusammen mit ihren neuen Kollegen und Kolleginnen, sowie den von Letzteren betreuten Jugendlichen zusammen daran, die experimentellen Videos zu erstellen sowie die Bevölkerung über die potentiellen Gefahren von Gewalt zu sensibilisieren. In Italien wurde hierzu beispielsweise eine Kampagne organisiert, die auf das Schicksal afrikanischer Migranten in der sizilianischen Stadt Palermo aufmerksam machen soll. Daneben bekamen die jungen Damen einen Einblick in die Arbeit einer sozialen Organisation in Europa im Allgemeinen.

… und Corona

Bis zum Anfang des Jahres 2020 lief das Ganze in Deutschland, in Italien wie auch in Spanien mehr oder weniger ohne größere Schwierigkeiten. Doch als das Coronavirus Europa erreichte, änderten sich die Umstände für die drei Pädagoginnen von heute auf morgen mehr oder weniger komplett. Die Arbeit mit den Jugendlichen wurde eingestellt, ein Lockdown trat ein und beschränkte die jungen Damen – wie einen Großteil ihrer Mitmenschen – in ihrem Privatleben. Für das REC-Projekt bedeutete die COVID-19- Pandemie, dass es in fast allen am Projekt beteiligten Ländern zu Verzögerungen kam.

Und nun?

Alles in allem kann daher gesagt werden, dass die drei jungen Pädagoginnen während ihrem Aufenthalt in Europa eine äußerst abwechslungsreiche Zeit erlebten. Neben der Unterstützung des REC-Projekts machten die drei ihre ersten Erfahrungen in einem anderen Kulturkreis zu leben. Frau Tesalonika ist hierauf sehr stolz: „Jede Herausforderung, die ein Mensch meistert, trägt nur dazu bei, stärker zu werden". Auch die Partner des REC-Projekts aus Europa sind sehr froh darüber, dass unter den vorherrschenden Umständen, das letzte Jahr im Großen und Ganzen doch relativ gut verlief. Dennoch heißt es nun für die drei, nach nun fast zwölf Monaten Abschied von Europa zu nehmen.

Ausblick: Internationales REC-Filmfestival in Indonesien

Dieser Abschied bedeutet aber noch nicht das Ende, denn das Projekt geht auch nächstes Jahr noch weiter und der für dieses Jahr geplante Aufenthalt in Indonesien für das Internationale REC-Filmfestival ist nun für das Frühjahr 2021 geplant. Auch wenn wir alle nicht wissen, wie sich die Situation bis dahin entwickelt, tun alle Mitglieder des REC-Projekts, um das Event im nächsten Jahr möglich zu machen. Somit besteht die Möglichkeit auf ein baldiges Wiedersehen. Daneben bleiben die Freundschaften, die in diesem, für die drei Damen unvergesslichem Jahr, geschlossen wurden, bestehen. Somit konnte das REC-Projekt nicht nur einen Beitrag dazu leisten, dass junge Menschen mehr zum Thema Gewalt und den damit verbundenen Gefahren lernen, sondern trug zugleich auch einen Beitrag zur globalen Völkerverständigung bei.