Praktisch! Lernen und arbeiten in der CJD Produktionsschule Heidenau

06.10.2021 CJD Sachsen « zur Übersicht

Fröhliches Gelächter schallt durch das Treppenhaus der CJD Produktionsschule Heidenau. In wenigen Minuten beginnen die Arbeiten in der Werkstatt und im großen Gartengelände rund um die Schule – heute werden einige Pflastersteine für die Wegführung erneuert, die Hecken geschnitten und zwei alte Fahrräder auf Vordermann gebracht.

Die Produktionsschule ist der perfekte Ort für junge Menschen ohne Ausbildungsabschluss, die sich neu orientieren wollen. Sie arbeiten hier an verschiedensten Produkten und nach ganz konkreten Kundenaufträgen in Gastronomie, Hauswirtschaft, Garten- und Landschaftsbau sowie im Technik-Bereich. Neben dem Lernen fachpraktischer und -theoretischer Grundfertigkeiten, können sie sich außerdem auf die Prüfung für einen Hauptschulabschluss vorbereiten und dadurch ihre Chancen auf eine Ausbildung oder ein geregeltes Berufsleben deutlich verbessern.

Aktuell lernen und arbeiten hier 24 junge Menschen. Viele von ihnen finden nach dem Projekt ihren Weg in eine berufliche Zukunft. Eine von ihnen ist Vanessa aus Heidenau. Sie ist 22 Jahre alt, verheiratet und hat 2 Kinder. Vor zwei Jahren hat sie in der Produktionsschule damit begonnen, ihre beruflichen Pläne Schritt für Schritt anzugehen. Sie hat uns erzählt, was sie hierhergeführt hat, warum sie gern hier ist und was sie sich für die nächsten Jahre wünscht.

Wie sieht so ein typischer Tag in der Produktionsschule aus?

Jeder von uns arbeitet in einem der drei Dienstleistungsbereiche. Im so genannten grünen Dienstleistungsbereich werden zum Beispiel in privaten Gärten und öffentlichen Gebieten Blumen gepflanzt und gepflegt und es gibt viele Kundenaufträge für größere Grünflächenpflegen, wie Rasenschnitt und ähnliches. Im gastronomisch-hauswirtschaftlichen Bereich wird Frühstück und Mittagessen für die Produktionsschule vorbereitet, dazu gehört es auch, den Tisch zu decken, abzuwaschen. Wir backen verschiedene Kuchen und bereiten für Kunden belegte Schnittchen zu. Wir waschen die Wäsche, unter anderem für einen CJD Kindergarten. Im technischen Bereich erledigen wir verschiedene Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten hier im Gebäude, transportieren verschiedene Sachen oder reparieren in unserer Werkstatt Fahrräder. Wenn man am Schulkurs teilnimmt, dann hat man Unterricht und ansonsten arbeitet man ganz praktisch orientiert tagtäglich in den Dienstleistungsbereichen.

Wie war deine Situation bevor du ins CJD kamst?

Ich hatte vor allem null Bock auf gar nichts! Ich habe die Förderschule ohne Abschluss verlassen und hatte ohne den Abschluss absolut keine Perspektive auf eine Berufsausbildung. Im Berufsvorbereitungsjahr im Bereich Maler/Verkauf habe ich den Hauptschulabschluss nicht geschafft, war ein halbes Jahr zu Hause und hatte keine Ahnung, wie es weitergehen sollte. Da war die Produktionsschule genau die Chance, mich weiter anzustrengen, um endlich beruflich Fuß zu fassen.

Was gefällt dir an deinem Alltag in der Produktionsschule besonders gut?

Der grüne Dienstleistungsbereich! Weil er sehr abwechslungsreich ist, ich mich viel bewegen kann und an der frischen Luft bin. Überhaupt gefällt mir die Abwechslung zwischen Schule und Arbeit und besonders, dass man hier echte Kundenaufträge erledigt. Das tägliche gemeinsame Essen, die Gruppenausflüge und das Wandern in der Sächsischen Schweiz mag ich sehr gern und, dass ich hier jüngere Teilnehmende unterstützen kann. Ich habe meinen Hauptschulabschluss hier nachgeholt. Dabei hat mir das Lernen in kleinen Gruppen total geholfen und, dass mich meine Lehrer und die Mitarbeiter der Produktionsschule ganz individuell unterstützt haben. Überhaupt hatten alle Mitarbeiter immer ein offenes Ohr für jeden und für alles.

Wie sehen die nächsten Monate nach deiner Zeit im CJD aus? Was wünschst du dir für Deine Zukunft?

Mein Ziel ist, bald eine kooperative Ausbildung im Bereich Transport, Lager und Logistik zu beginnen und ich möchte den Führerschein machen. Ich möchte eine sichere Arbeitsstelle, um meine Familie gut unterstützen zu können. Gesundheit und eine glückliche Familie sind mir wichtig. Später wünsche ich mir genug Zeit und Geld, damit wir reisen können.