Berufliche Bildung und Ausbildung

 

Die Berufswettbewerbe im CJD

Highlights in der Ausbildung setzen
Werner Gehlen und Uwe Schwarz organisieren die Berufswettbewerbe mit
 
Werner GehlenWerner Gehlen und Uwe Schwarz gehören zu der Projektgruppe, die die Berufswettbewerbe vorbereitet.
Beide sind in ihren Jugenddörfern Ausbildungsleiter: Werner Gehlen arbeitet im CJD BBW Frechen.
Seit Beginn der Berufswettbewerbe im Jahr 1980 Jahren koordiniert Gehlen die Durchführung der Berufswettbewerbe. Uwe Schwarz ist Ausbildungsleiter im CJD BBW Niederrhein, er ist seit sechs Jahren Mitglied der Projektgruppe.
 
Uwe SchwarzSie erzählen, wie Jugendliche die Wettbewerbe erleben und welche Bedeutung die Abschlussfeier hat.
 
 
Fragezeichen als Symbol für die InterviewfrageWie kam es, dass das CJD im Jahr 1980 die Berufswettbewerbe gestartet hat?
Gehlen: Der Arbeitskreis der Ausbildungsleiter überlegte, dass es zu den Kernkompetenzen zum Beispiel im sportlichen Bereich große Veranstaltungen gibt, in der beruflichen Bildung aber - die ja einen großen Teil im CJD einnimmt - nicht. Da kamen wir auf die Idee, einen Wettbewerb auszurichten. Das ist auch bei Innungen und Verbänden üblich, aber unsere Jugendlichen haben dort nur wenig Chancen.
Fragezeichen als Symbol für die InterviewfrageWie erleben die Jugendlichen die Wettbewerbe?
Gehlen: Das ist ganz unterschiedlich, bei manchen hat man Mühe, sie dafür zu gewinnen - das hängt auch von der Behinderung ab. Je näher aber der Wettbewerb rückt, desto begeisterter und aufgeregter sind sie, und desto ernsthafter gehen sie an die Sache heran.
 
Schwarz: Ich hatte in diesem Jahr einen jungen Mann dabei, der zum Holzbearbeiter ausgebildet wird. Der Holzbearbeiter ist eine Stufe unter dem Tischler, und bei den Wettbewerben können beide mitmachen. Der junge Mann war sehr aufgeregt und meinte, die Tischler seien ja doch besser, aber ich sagte zu ihm, er solle sich das erst mal anschauen. Am Ende hat er in der Regionalausscheidung den ersten und im Bundeswettbewerb den zweiten Platz gemacht! Das ist ein absolut fantastisches Ergebnis, und der Auszubildende war völlig aus dem Häuschen.
Fragezeichen als Symbol für die InterviewfrageWas bedeutet die Abschlussfeier?
Schwarz: Sie ist der Höhepunkt schlechthin. Die Jugendlichen werden besonders geehrt: Sie kommen auf die Bühne und erhalten eine Urkunde - diesen Tag vergessen sie ihr Leben lang nicht. Das veranstaltende Jugenddorf lädt dazu Prominenz aus Politik oder Sport ein. Die Jugendlichen können oft gar nicht glauben, dass diese Persönlichkeiten ihretwegen kommen.
Fragezeichen als Symbol für die InterviewfrageWie sind die Reaktionen der Partner des CJD auf die Wettbewerbe?
Gehlen: Unsere Zuwendungsgeber wie das Arbeitsamt loben uns sehr für dieses Angebot, und die Kammern und Innungen tragen die Wettbewerbe voll mit. Sie stellen zum Beispiel Mitglieder für die Prüfungsausschüsse ehrenamtlich zur Verfügung, die die Arbeit der Jugendlichen bewerten.
Fragezeichen als Symbol für die InterviewfrageWas begeistert Sie persönlich an den Berufswettbewerben?
Gehlen: Ich freue mich, dass wir den Jugendlichen in ihrer Ausbildung solche Highlights bieten können, auf die sie hinarbeiten. Auch die Reise zu den Wettbewerben an sich ist schon ein Erlebnis, von dem die Jugendlichen lange zehren.
 
Schwarz: In den Berufswettbewerben geht es hauptsächlich um die Praxis, und darin sind unsere Jugendlichen gut, da zeigen sie ihre Stärken. Die Ausbilder können dabei die Lernreserven der Jugendlichen entdecken - und das ist wie Bohren nach Öl: Wenn man das Öl entdeckt, wenn man die Talente eines jungen Menschen entdeckt, dann bricht etwas auf in ihm. Das mitzuerleben ist unheimlich beeindruckend.
 
Interview aus dem Jahr 2003