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02.02.2012 - Wissen
Erste Wissener Tafelrunde will Interessen vernetzen
Das Christliche Jugenddorf Wissen (CJD), bekannt für seine qualifizierte Arbeit in der Berufsausbildung und Berufsvorbereitung, geht neue Wege: Aktuell laufen die Vorbereitungen für die erste Wissener Tafelrunde. Ziel dieses Treffens am 21. März ist der Dialog mit Vertretern heimischer Betriebe – neudeutsch Networking –, um Anforderungen an den Berufs- und Ausbildungsmarkt der Zukunft abzuklären.
Der Arbeitstitel „Chancengeber im Kampf gegen Fachkräftemangel“ leitet sich ab vom Selbstverständnis des CJD, Motto: „Keiner darf verloren gehen.“ Treffpunkt für diese Premiere ist der Hauptsitz des CJD Wissen in der Kantstraße. Laut Michael Weißenfels, seit Juli 2011 Leiter des CJD Wissen, sollen mehr als 100 regionale Unternehmen eingeladen werden – zum Gedankenaustausch, zur lockeren Diskussion und zum gemeinsamen Essen.
Im Gespräch mit Firmenvertretern und weiteren Partnern, zum Beispiel Arbeitsagentur, Handwerkskammer und anderen, will das CJD seine Stärken im gesamten Spektrum der Berufsorientierung darstellen. In Wissen selbst, aber auch in seinem eigenen Netzwerk mit anderen CJD-Standorten verfüge das CJD über jede Menge Erfahrung und Kompetenz auf diesem Gebiet, so Weißenfels. Die Tafelrunde soll es ermöglichen, dass kleinere und größere Mittelständler Antworten finden, wenn sie mit Blick auf ihre Belegschaft fragen: „Was brauche ich?“
Dazu gehört auch die Überlegung, wie sich ein Unternehmen angesichts des demografischen Wandels attraktiv macht für frische Fachkräfte. Welcher Mehrwert könnte junge Familien an eine ländliche Region binden? In diesem Punkt nennt Weißenfels etwa Betriebskindergärten als Lösungsvorschlag. Das werde zum Beispiel vom CJD Olpe in Zusammenarbeit mit einer dortigen Firma erfolgreich praktiziert.
Solche kreativen Lösungen passen zum konzeptionellen Wandel des Vereins. Bildhaft spricht Weißenfels von einem „Gemischtwarenladen“ und meint die Vielfalt der heutigen CJD-Angebote: Nachdem die monolithische Berufsvorbereitung in Internatsform 2005 aufgegeben werden musste, engagiert sich die Einrichtung in der ambulanten und stationären Jugendhilfe, ferner in momentan acht Maßnahmen, etwa in der Ausbildung von Hauswirtschaftshelfern und Beiköchen, in der außerbetrieblichen Berufsausbildung (Standort Böhmerstraße mit den Lehrberufen Schreiner, Maler/Lackierer, Verkäufer, Teilezurichter, Metallbauer) und im Modul Netto für erwerbsfähige Hilfsbedürftige. Zwiegespalten sieht es bei den Schulen aus: Während die Berufseinstiegsbegleitung (ab Klasse 7; Partner: Agentur für Arbeit) sehr gefragt ist, wird das CJD ab diesem Sommer aus Gründen der Wirtschaftlichkeit keine Schulverpflegung mehr ausliefern. Für den Standort Walzwerkstraße ist im Gespräch, dort ein Programm des CJD-Berufsförderungszentrums Vallendar zur beruflichen Wiedereingliederung körperlich beeinträchtigter Menschen einzurichten.
Die kleine Auswahl zeigt, wie sehr das CJD seine Kompetenzen ausweitet. In den Augen von Michael Weißenfels ist es einer Zukunftsaufgabe, eine dritte Säule zu ersinnen, ein Netzwerk inklusive der regionalen Wirtschaft zu knüpfen. Am Anfang steht die Wissener Tafelrunde.
Quelle: Rhein Zeitung
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