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01.02.2012 -
Persönliche Erfahrung beeindruckte Schüler
Wolfgang Kiehl mit dem "Suchtmobil" im CJD Elze zu Gast
Man kann jungen Menschen viel über die bösen Folgen der Drogensucht oder des Missbrauchs von Genussmitteln erzählen, wenn dann aber ein Mann wie Wolfgang Kiehl aus seiner eigenen, teils kriminellen, Suchtvergangenheit erzählt, kann dies eine weitaus treffendere Wirkung haben. Dies zeigte sich, als er Schülerinnen und Schülern des achten Jahrgangs im Rahmen des Präventionsprogramms seine Drogensucht und alle damit verbundenen Folgen schilderte.
Durch unglückliche Umstände gelangte Kiehl als Jugendlicher in den Einflussbereich anderer Jugendlicher, die bereits den Umgang mit Drogen pflegten. "Ganz schnell ist man dann dabei und probiert alles aus, besonders dann, wenn man nicht sehr selbstbewusst ist und einfach glaubt, dass man von den anderen nicht anerkannt wird, wenn man nicht mitmacht", erklärte er den aufmerksam zuhörenden Jugendlichen. Jede nur erdenkliche Droge wurde getestet, eine Kriminalisierung zur Finanzierung der Sucht war beinahe zwangsläufig. Dabei wies Kiehl ausdrücklich darauf hin, dass er eine Unterscheidung zwischen harten und weichen Drogen für "schwachsinnig" hielt, denn "was abhängig macht, ist eine Droge und kann damit auch jederzeit die schlimmsten Folgen haben. Man sollte bedenken, dass es im Jahr etwa 50000 Tote durch Alkoholmissbrauch und bis zu 120000 Tote durch Tabak gibt." Eine gerade zurzeit angedachte Legalisierung von Marihuana hält er deshalb auch für völlig widersinnig und hofft darauf, dass sich die Parteien, die sich dafür ausgesprochen haben, nicht durchsetzen können.
Nach zwei Gefängnisaufenthalten schaffte er seinen Entzug und holte sein Abitur nach. Er begann ein Studium der Sozialpädagogik und ergriff im Jahr 2003 die Initiative zur Gründung des Vereins "Suchtmobil". Seitdem ist er als Suchtberater vor allem an Schulen, aber auch bei Betrieben, an Universitäten und bei der Bundeswehr tätig. Er erreicht nach eigenen Angaben bis zu 12000 junge Menschen im Jahr mit seinen Vorträgen. Die beiden wichtigsten Lehren, die er ihnen dabei eindringlich zu vermitteln versucht, sind:
"Kommunikation ist das A und O im Leben. Findet jemanden, mit dem ihr eure Fragen oder Probleme besprechen könnt. Wenn die Kommunikation fehlt, ist die Tür zur Sucht offen.
Nehmt nie etwas zu euch, wenn es euch schlecht geht. Das ist niemals eine Lösung und führt nur dazu, dass ihr euch noch schlechter fühlt."
Beeindruckt und sehr aufmerksam hörten die Schülerinnen und Schüler ihm 90 Minuten zu und hatten dann noch Zeit für weitere Fragen, die Kiehl sehr offen beantwortete.
Der Initiator der Veranstaltung, Biologie-, Chemie- und Physiklehrer Uwe Imbrock, konnte sehr zufrieden sein.








