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28.01.2012 - Olpe/Biggesee/Meinerzhagen
Vier Tage Mutter auf Probe
(JJH) Projekt „Babybedenkzeit“ hilft jungen Mädchen Erfahrungen zu sammeln. Vier Tage Mutter auf Probe.
„Mutter werden ist schon schwer - Mutter sein, noch viel mehr." Die Abwandlung des bekannten Wilhem Busch Zitates trifft den Kern dessen, was Frauen in der Schwangerschaft und danach körperlich und nervlich zu bewältigen haben.

Oftmals ist das Ausmaß dieser Belastungen viel größer, als es sich die Mütter vorgestellt haben oder konnten. Besonders „junge“ Mütter“, stehen dann häufig vor einem schier unüberwindbar scheinenden Berg von Problemen.
Anders, als bei der Vorbereitung auf das Berufsleben, bei der
Jugendliche heutzutage schon während der Schulzeit in Praktika die Möglichkeit geboten bekommen, Berufe auszuprobieren, sieht es in den meisten Fällen bei der Vorbereitung auf einen „24 Stundenjob der besonderen Art“ aus.
Eltern sein – das kann doch jeder?!
Weil das eben nicht so ist, führt das Christliche Jugenddorf Olpe (CJD) seit 2008 regelmäßig das Projekt „Babybedenkzeit“ durch.
Hierbei werden Jugendlichen die Aufgaben und Umstände einer Elternschaft nahe gebracht.
Dazu gehen die beiden Projektleiterinnen, Petra Philipps und Katja Geuecke u.a. auch direkt in Schulen im gesamten Kreis Olpe, um im Rahmen einer AG rund über das Thema Schwanger- und Elternschaft vielfältig zu informieren.
Mit eingebunden in diese Informationen sind zum Beispiel der Besuch einer Schwangerschaftsberatungsstelle und einer Hebammenpraxis, Besuchstermine beim Kinderarzt und im Kindergarten, sowie bei einer Erziehungsberatungsstelle und bei einem Babyausstatter.
Der Höhepunkt des Projektes ist allerdings die viertägige „Mutterschaft auf Probe“.

Hierfür erhalten die Projektteilnehmerinnen jeweils ein „RealCare-Baby“, um das sie sich rund um die Uhr kümmern müssen.
Was auf den ersten Blick aussieht, wie eine ganz normale Babypuppe, ist in Wirklichkeit ein Computer, der alltägliche Lebensumstände eines Babys simulieren kann.
„Die Babys fordern nach Tagesplänen echter Säuglinge eine rund um die Uhr Versorgung. Füttern, Aufstoßen, Windel wechseln, im Arm wiegen usw. Sie können glücklich jauchzen, Atemgeräusche machen, husten, und manchmal sind sie einfach nörgelig“, berichtet Katja Geuecke.
Umgehende Bestätigung erhält sie dabei von „Probe-Mutter“ Anja. Die 19-Jährige nimmt gemeinsam mit der 20 -jährigen Sandra und der gleichaltrigen Daniela an der „Babybedenkzeit“ teil.
„Ich mag Kinder und hätte auch später gerne welche. Aber durch die Babybedenkzeit habe ich erfahren, wie viel Arbeit und tägliche Belastung auf eine Mutter zukommt“, so Anja.
Das sehen ihre Mitstreiterinnen auch so und sind sich einig: „Erst sollte man durch eine abgeschlossene Ausbildung eine solide Lebensgrundlage schaffen, um dann eine Familie gründen zu können“.
Ob die „jungen Mütter“ ihr Baby gut oder nicht so gut versorgen, ist für Katja Geuecke und Petra Phillips aus den detaillierten Aufzeichnungen des Babycomputers ersichtlich.
„Uns geht es nicht darum, die Betreuung zu benoten. Die genauen Fakten bieten vielmehr die Chance, eventuell notwendige Hilfestellungen geben zu können“, erläutert Petra Phillipps.
Dabei weist sie daraufhin, dass bisher nur eine sehr geringe Zahl der Teilnehmerinnen die Babybedenkzeit abgebrochen haben und der Rest der „jungen Mütter“, im Sinne einer guten Babybetreuung, erfolgreich waren.
Die drei jungen Frauen absolvieren im „normalen Alltag“ derzeit eine Ausbildung im CJD Olpe.
Seit 1975 bereitet das CJD Olpe in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit und den örtlichen Arbeitsagenturen junge Schulabgänger auf eine Ausbildung oder die Aufnahme einer Arbeitnehmertätigkeit vor und bildet mehr als 30 Berufen aus.
Im Durchschnitt der vergangenen Jahre konnten mehr als 80 Prozent der Teilnehmer in den Arbeitsmarkt vermittelt werden. Bei den Auszubildenden bestanden mehr als 96 Prozent in der Vergangenheit ihre Abschlussprüfungen.
Bundesweit tätig ist das CJD seit 1947 an über 150 Standorten, mit rund 9.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, tätig.
Dabei werden jährlich etwa 150.000 Menschen unterstützt.
Das auf Initiative von Pastor Arnold Dannemann gegründete CJD leistet beispielsweise durch die Ausbildung von Jugendlichen mit Lernbeeinträchtigungen, Schulen für asthmakranke oder hochbegabte junge Menschen, Integrationsberatung für jugendliche Migranten, Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder Hilfen für gefährdete Jugendliche, einen wichtigen Beitrag für unsere Gesellschaft.
Das CJD Olpe plant auch für die Zukunft, dass Projekt „Babybedenkzeit“ weiteren Interessenten anzubieten.
Für weitere Informationen und eine Kontaktaufnahme steht die Homepage unter www.cjd-olpe.de im Internet zur Verfügung.
Quelle: Jochen Helmecke
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Wolfgang Langenohlwolfgang.langenohl@cjd-olpe.de
Leitung Sozialmarketing im CJD Verbund NRW Süd








