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15.03.2010 - Olpe/Berlin

Heider wird zum Azubi

Projekt "Politiker im Praktikum". Bundestagsabgeordneter arbeitete in Werkstatt

Adem Dinc ist noch nicht ganz zufrieden: " Hier sind noch ein paar Grate." Dr. Matthias Heider reagiert sofort, greift noch einmal zur Feile. Adem Dinc nickt zufrieden. " Er ist mein Ausbilder", sagt Heider. Der Bundestagabgeordnete hatte gestern Anzug gegen einen blauen Kittel eingetauscht und als Praktikant in der Lehrwerkstatt des CJD Olpe mitgearbeitet.

 

 

"Das hier ist ein Bereich, in dem ich noch nie gearbeitet habe", sagt Heider, während er mit der Feile die letzten Unebenheiten aus dem Werkstück entfernt. Adem Dinc schaut genau hin.

 

Der 18- Jährige wird im Jugenddorf zum Metallwerker ausgebildet. Heute hat er die Rolle gewechselt und kümmert sich um den Politiker im Praktikum." Hier sind wir fertig",sagt Dinc. "Wir können weiter zur nächsten Station."

 

Matthias Heider spannt das Werkstück aus dem Schraubstock, läuft mit dem Jugendlichen einmal quer durch die Werkstatt. Rund 30 andere Auszubidende feilen, schweißen oder sägen hier an ihren Werkstücken. " Wir bilden hier zur Zeit mehr als 90 Auszubildende im Bereich Metall aus", sagt Wolfgang Langenohl. Er ist Leiter des Sozialmarketings im Verbund CJD NRW Süd und "Vater" des Projekts Politiker im Praktikum-kurz "PiP".

 

In den vergangenen Wochen haben schon sechs andere Abgeordnete in den Einrichtungen des Jugendorfes gearbeitet. Sie haben Hochsteckfrisuren kreiert, Steaks gebraten oder Holzbilderrahmen gebaut. Dr. Matthias Heider hat sich den Metallbereich ausgewählt, " dasist wohl eher ein Jungen-Beruf" als Friseur, sagt er, grinst und schnappt sich wieder sein Werkzeug.

 

Der Politiker kommt mit Adem Dinc ins Gespräch, sie reden über ihre Zukunftperspektiven, die Situation am heimischen Arbeitsmarkt, über das Arbeiten hier in der Ausbildungswerkstatt. Und natürlich über Heiders Qualitäten am Werkstück. " Er macht das wirklich gut", sagt Ausbilder Dinc.

 

Projektleiter Wolfgang Langenohl schaut den beiden zufrieden zu. " Genau darum geht es bei PIP:"Wir wollten die Politiker erden", ihnen zeigen, was alles in der Realität fernab vom Parlament in Berlin passiert."

 

Heider ist mittlerweile an seiner letzten Station angekommen, schaut zu, wie Dinc mit dem Schweißgerät arbeitet. Dann legt der Abgeordnete seine Schutzmaske ab, der letzte Teil PiP-Tags stejt an-das Gespräch mit allen Auszubildenden in der Werkstatt. " Ich bin wirklich beieindruckt, wie gut dieses Team hier zusammen arbeitet- das ist wirklich vorbildlich", sagt er.

 

Erinnern wird sich Heider an sein Arbeitsausflug an der Werkbank täglich- beim Blick auf den Schreibtisch in Berlin. Zum Abschied schenken ihm die Jugendlichen eine Stiftebox-zusammengeschweißt aus allen Teilen, wie er sie vorher selbst hergestellt hat.

 

Quelle: WR

 

 


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