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10.12.2009 - Ebersbach

CJD möchte sein Engagement in der Seniorenarbeit verstärken

Herr Paratsch, das CJD kümmert sich seither überwiegend um Jugendliche und junge Erwachsene. Aus welchen Gründen möchte das CJD seine Serviceleistungen für Senioren ausbauen?
Die demografischen Veränderungen, die es bei uns in Deutschland geben wird, haben auch für Jugendliche eine große Bedeutung. Bei einer steigenden Zahl von Älteren brauchen wir auch mehr Menschen, die die Senioren versorgen können, zum Beispiel mit haushaltsnahen Dienstleistungen oder mit Pflegedienstleistungen. Wenn wir möchten, dass junge Menschen zukunftsorientiert ausgebildet werden, müssen wir sie auch für solche Berufe qualifizieren.
 
Die Vision des CJD lautet ‚Keiner darf verloren gehen!’. Wie soll diese Vision in den Angeboten für Senioren umgesetzt werden?
Auch ältere Menschen dürfen natürlich nicht verloren gehen, weder bei uns in der Gesellschaft, noch für Jesus Christus – von daher ist eine Veränderung unseres Auftrags für Senioren eigentlich nur folgerichtig. Senioren gehören dazu, und wenn die Lebensverhältnisse sich ändern, wenn der Familienzusammenhang sich lockert, dann müssen wir Verantwortung übernehmen und neue Formen des Zusammenlebens und gegenseitiger Unterstützung entwickeln. Deshalb möchten wir nicht nur Leistungen für Senioren anbieten oder Jugendliche ausbilden, wir möchten vor allen Dingen auch den intergenerativen Dialog, also den Dialog zwischen den Generationen fördern.
 
Hat das CJD denn bisher schon Erfahrungen mit älteren Mitmenschen, auf die es zurückgreifen kann?
Erstaunlicherweise haben wir viel mehr Erfahrungen, als wir geglaubt haben. Da wir unsere Jugendlichen praxisnah ausbilden, betreiben wir zum Beispiel Frisierstuben, öffentliche Kantinen sowie Gesundheits- und Fitnesscenter. Und auffälligerweise sind ein Großteil unserer Kunden Menschen über 60. Diese Menschen nutzen gern unsere Angebote, die sehr stadtteilorientiert sind, wo man sich kennt und wo man sich trifft. Diese Möglichkeiten, die ohnehin schon da sind, möchten wir nutzen und weiter ausbauen. Außerdem betreibt das CJD bereits zwei Altenpflegeheime und engagiert sich in Mehrgenerationenhäusern. Auch diese Angebote sind sehr gemeinwesenorientiert.
 
Wie soll das Engagement des CJD in der Seniorenarbeit nun genau aussehen?
Wir werden nicht großflächig in den Betrieb von Pflegeheimen einsteigen. Wir werden unser Angebotsportfolio erweitern, aber dabei daran anknüpfen, was wir ohnehin schon machen und betreiben, und das ist Bildung und Ausbildung von Jugendlichen. Ich kann mir gut vorstellen, an vielen unserer Standorte zusätzliche Angebote zu machen, die speziell auf Senioren abzielen – etwa haushaltsnahe Dienstleistungen wie Vorhänge abhängen, putzen oder Rasen mähen. Einige unserer Einrichtungen sind auch schon dabei, Module der Ausbildung speziell auf den Servicebereich für Senioren auszurichten.
 
Spielt der Gedanke eine Rolle, dass die jungen Menschen im CJD auch von den Erfahrungen der Älteren profitieren sollen?
Das gehört natürlich mit zum intergenerativen Dialog, das heißt, hier soll ein Geben und Nehmen stattfinden. Die jungen Menschen sollen auch die Sichtweisen und Lebenserfahrungen der Älteren kennen lernen. Wir haben auch jetzt schon Mentorenprojekte, bei denen ältere Menschen als Ehrenamtliche fungieren und Jugendliche in das Arbeitsleben begleiten. Deshalb haben wir unser Programm auch „Pro Jung und Alt genannt“ – weil junge und alte Menschen voneinander profitieren sollen.
 
Wie sehen konkret die nächsten Schritte aus, die das CJD in der Seniorenarbeit gehen wird?
Es sind zahlreiche Vorhaben, ein Beispiel ist, dass Ausbildungsgänge umgestaltet werden. Ein Projekt, das mir sehr wichtig ist: Wir möchten gerne den ‚Seniorenassistenten’ als eine anerkannte Berufsausbildung im dualen System etablieren. Das Berufsbild soll abweichen von der Hauswirtschafterin, das heißt der Seniorenassistent soll nicht bei Haushaltsverrichtungen assistieren, sondern auch betreuerisch unterstützen. Wenn es dieses Berufsbild geben würde, könnten wir auch die Agentur für Arbeit leichter davon überzeugen, in diesem Bereich junge Menschen auszubilden. Und eine große Zahl von Seniorenassistenten könnte in den nächsten Jahren Menschen bei der selbstständigen Haushaltsführung in den eigenen vier Wänden unterstützen.




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Julia Edele-Hörner
julia.edele-hoerner@cjd.de
CJD Pressestelle

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