Arnold Dannenmann

(4. Januar 1907 - 1. März 1993)

Biografie

Arnold DannenmannArnold Dannenmann wurde am 4. Januar 1907 in Faurndau bei Göppingen (Baden-Württemberg) geboren. Nach dem Abitur 1925 studierte er Philologie und Theologie in München, Marburg, Greifswald und Tübingen und schloss sein Studium mit der Ersten Theologischen Dienstprüfung ab. Prof. Rudolf Bultmann bot Dannenmann eine Assistentenstelle an, aber dieser wollte Pfarrer und Pädagoge werden.
 
 

Übernahme der Jugendarbeit

1931 wurde Arnold Dannenmann ordiniert. Er begann seinen Dienst als Reichsjugendwart der Evangelischen Jungmännerbünde Deutschlands in Kassel. Zu seinem Auftrag gehörte die Arbeit mit den 14- bis 18-jährigen Jugendlichen im Gesamtverband des CVJM (Christlicher Verein Junger Menschen).
Im Dezember 1932 wurde Dannenmann Leiter des ostdeutschen Evangelischen Jungmännerwerks der Kirche der Altpreußischen Union mit Sitz in Berlin. Seit 1934 war er Mitglied des Weltkomitees des YMCA (Young Men’s Christian Association) in Genf.
 
 

Während der NS-Diktatur

1932 übernahm Dannenmann das Amt des Sprechers für die gesamte Evangelische Jugend Deutschlands bei den Verhandlungen mit der damaligen Regierung. Als im Dezember 1933 die evangelische Jugend in die Hitlerjugend eingegliedert wurde, wendete sich das Jugendwerk gegen die Vereinnahmung und ging damit in Opposition.
 
1936 legte Dannenmann das zweite theologische Examen ab und war weiterhin beurlaubter Pfarrer der Evangelischen Landeskirche von Württemberg. 1940 trat er die Stelle als Erster Standortpfarrer an der Alten Garnisonskirche in Berlin an. Durch seine internationalen Kontakte konnte er vielen Juden und Bedrohten helfen.
 
 

Kriegsgefangenenhilfe

Im November 1945 besuchte Arnold Dannenmann als einer der ersten Deutschen in der Funktion eines Sonderbeauftragten für die Kriegsgefangenenhilfe des Weltbundes des YMCA in den westlichen Ländern die deutschen Kriegsgefangenenlager in England, Belgien und Frankreich.
Über die Kriegsgefangenenhilfe des YMCA gelang es ihm, für die lernwilligen jüngeren deutschen Kriegsgefangenen Kurse anzubieten. Studenten dieser Lageruniversität erhielten nach der Heimkehr von den deutschen Universitäten zwei Semester anerkannt.
 
 

Beschäftigung mit Jugendsozialfragen

Nach dem Krieg war Arnold Dannenmann an der Gründung vieler Gremien, die sich mit Jugend- und Jugendsozialfragen beschäftigten, beteiligt. Zeitweilig war er auch deren erster Vorsitzender, so bei der Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendaufbauwerk ebenso wie beim Deutschen Bundesjugendring. Er gründete 1946 den Kreuz-Verlag und baute maßgeblich das Zeitschriftenwesen für die evangelische Jugendarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit auf.
 
 

Gründung des CJD

Arnold Dannenmann mit Mikrofon in der Hand1947 gründete Arnold Dannenmann zusammen mit einem kleinen Kreis engagierter Christen das CJD, um den vom Krieg orientierungslos gewordenen jungen Menschen eine Chance zum Neubeginn zu bieten.
Auf der Gründungsversammlung betonte er: "Dieses Werk wird von den Alpen bis zur Nordsee die deutsche Jugend ansprechen. Die Losung heißt: Keiner darf verloren gehen!"
 
Dannenmann wurde der erste Präsident. 1949 wurde das "Stammjugenddorf" im alten Grafenschloss Kaltenstein in Vaihingen an der Enz gegründet, das heute als CJD Jugenddorf Schloss Kaltenstein die älteste noch existierende Einrichtung des CJD ist.
 
 

Präsidentenjahre

Das CJD wuchs und bot jungen Menschen immer mehr Unterstützung an. Dannenmann nutzte für das Werk seine zahlreichen Kontakte im In- und Ausland, so zum Beispiel im CVJM und dem weltweiten YMCA, in Politik und Wirtschaft und durch seine Ehrenämter in verschiedenen Jugendgremien. Auf seinen Reisen vor allem in den 50er Jahren hielt er Vorträge und Reden, um Partner für den Aufbau des Werkes zu gewinnen und auf die Lage der jungen Generation aufmerksam zu machen. 1960 kam Dannenmanns erste Frau Käthe bei einem Autounfall ums Leben, er selbst wurde schwer verletzt. Während seines Krankenlagers legte er alle Ehrenämter nieder und widmete sich in den folgenden Jahren vor allem der Leitung und Weiterentwicklung des CJD.
 
1985 – das Werk zählte inzwischen über 100 Einrichtungen - legte Dannenmann das Präsidentenamt nieder. Bis zu seinem Tode am 1. März 1993 blieb Dannenmann Ehrenpräsident des von ihm gegründeten Jugend- Bildungs- und Sozialwerkes.
 
 

Einrichtungen in den östlichen Bundesländern

Arnold Dannenmann durfte schließlich noch erleben, wie nach dem Fall der Mauer die ersten CJD Einrichtungen in den östlichen Bundesländern gegründet wurden - es entstanden insgesamt 50.
 
Mit großer Aufmerksamkeit begleitete er diese Projekte und besuchte trotz seines hohen Alters die Einrichtungen. So ging sein Wunsch noch in Erfüllung, in ganz Deutschland CJD Einrichtungen zu gründen.