Eine Chance und ihre Geschichte

Alina: Alina bestimmt das Tempo der Eingewöhnung

Alina ist zwei Jahre alt, als sie in die Krippe der St. Bonifaz Kindertagesstätte im CJD Jugenddorf Nürnberg kommt. Sie ist sehr zurückhaltend und schüchtern und will nicht von der Seite ihrer Mutter weichen. Jegliches Drängeln der Mutter, dass Alina mit anderen Kindern spielen soll, macht das Kind unsicherer und verstärkt Alinas Wunsch, ihre Mutter nicht gehen zu lassen.

Im Gespräch mit der Mutter erläutert die Erzieherin, dass Alina das Tempo der Eingewöhnung bestimmen soll und dass sie die Zeit bekommen soll, die sie braucht, um zu der Erzieherin eine Bindung aufzubauen. Als Alina merkt, dass ihre Mutter sich hinsetzt und nicht vorhat, bald wegzugehen, fängt sie an, sich für die Spielsachen, die Kinder und die Erzieherin zu interessieren. Am zweiten Tag geht sie mit der Erzieherin in die Küche, um sich einen Becher zu holen – und springt schnell wieder zu ihrer Mutter zurück. Am vierten Tag traut sie sich, bei der Erzieherin auf den Schoß zu sitzen und ein Buch anzuschauen. In der zweiten Woche beginnt sie, das Zimmer und die Spielsachen zu erforschen. Immer wieder schaut sie aber noch zu ihrer Mutter, um sich zu vergewissern, dass sie da ist.

Als sie in der dritten Woche in die Krippe geht, springt sie gleich zu der Erzieherin und klettert ihr auf den Schoß. Ihre Mutter geht zum ersten Mal eine halbe Stunde einkaufen. Alina bleibt dann ganz nah bei der Erzieherin. Die Zeiten, die die Mutter weg bleibt, werden immer länger. Alina beginnt, mit den anderen Kindern zu spielen. Nach sechs Wochen bleibt Alina den ganzen Tag ohne ihre Mutter in ihrer Gruppe. Wenn sie sich weh tut oder mit einem Kind streitet, läuft sie zu der Erzieherin und will von ihr getröstet werden. Diese ist für sie zu einer weiteren Bezugsperson geworden.