Zum internationalen Fußballturnier kommen junge Flüchtlinge und Jimmy Hartwig

11.04.2017 CJD e. V. « zur Übersicht

Seit einem Jahr ist das Berufskolleg des CJD Frechen – eine Förderschule – als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zertifiziert. Eine Auszeichnung, auf der man sich nicht ausruhen darf - sondern sie erfordert kontinuierliche Arbeit. Das weiß Lehrer und Anti-Rassismus-Trainer Martin Kröber: Zusammen mit Kollegen sowie Schülerinnen und Schülern hat er die Projektwoche „Fußball gegen Rassismus und Homophobie“ auf die Beine gestellt. Höhepunkt der Woche ist ein internationales Fußballturnier, bei dem unbegleitete minderjährige Ausländer mitspielen. Und als besonderer Gast ist Jimmy Hartwig dabei, ehemaliger Fußballprofi und heutiger Integrationsbotschafter des Deutschen Fußballbunds (DFB).

Die Schüler und Auszubildenden Milena (19) und Daniel (21) sind stolz auf ihre „Schule ohne Rassismus“. „Mensch ist Mensch – wir sollten uns alle gegenseitig so akzeptieren, wie wir sind“, betont Milena. Die 19-Jährige hat sich selbst zur Anti-Rassismus-Trainerin ausbilden lassen und ihre Mitschüler unterrichtet. Sie meint, dass sie sich seither besser in andere Menschen hineinversetzen kann. Auch Daniel findet es „echt korrekt“, dass an seiner Schule die Themen Rassismus und Schwulenfeindlichkeit behandelt werden. Bei diskriminierenden Äußerungen oder Mobbing will er zukünftig direkt dazwischen gehen, hat er sich vorgenommen.

„Rassismuskritische Arbeit beschränkt sich nicht auf Projektwochen“, betont Martin Kröber, der den Arbeitskreis Rassismus am Berufskolleg des CJD Frechen leitet. Langfristig setzt er darauf, bei den jungen Menschen Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl zu stärken. „Wir versuchen intensiv, Werte wie Respekt und Anerkennung nach vorne zu stellen. Je besser es einem Menschen geht, je mehr er mit sich selbst im Reinen ist, desto weniger hat er es nötig, seine eigene Unsicherheit durch Abwertung anderer zu kompensieren.“

Ex-Fußballprofi Jimmy Hartwig zeigt sich sehr beeindruckt vom Engagement in Frechen. Seit vier Jahren ist er als Integrationsbotschafter des DFB tätig und in ganz Deutschland unterwegs, um sich gegen Rassismus, Mobbing und Diskriminierung einzusetzen. Das Thema liegt Hartwig persönlich am Herzen – als Sohn eines afroamerikanischen GIs und einer deutschen Mutter hat er selbst in seiner Kindheit und Jugend Anfeindungen erlebt. „Damals habe ich mir vorgenommen: Wenn ich jemals einen gewissen Einfluss habe, dann werde ich mich sozial engagieren.“ Ehrlichkeit, Respekt und Toleranz sind für ihn die wichtigsten Werte im Leben, die er auch seinen drei Kindern – die jüngste Tochter ist sieben Jahre – mitgeben möchte. Von der positiven Wirkung seines Sports zeigt er sich dabei überzeugt: „Fußball ist der größte Integrationsträger auf der ganzen Welt.“ Das findet auch Lehrer Martin Kröber: „Fußball verbindet. Dem Ball ist es egal, ob man grün, gelb, schwarz oder weiß ist!“.

Die CJD Christophorusschule in Frechen ist ein Berufskolleg für Jugendliche, die aufgrund von Lernbehinderungen und Entwicklungsstörungen besondere Hilfen benötigen, um eine Ausbildung absolvieren zu können. Die Schule hat mehr als 40 Lehrer und 700 Schüler, von denen 250 im CJD Berufsbildungswerk in Frechen eine Ausbildung oder Berufsvorbereitung absolvieren.

Im CJD gibt es insgesamt noch zwei weitere Schulen, die als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ zertifiziert sind, nämlich in Rostock und in Nienburg.

Weitere Informationen: www.cjd-schule-frechen.de